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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1894 / 9)

Licht gearbeitet, sind auf der Ausstellung nur in Abbildungen vertreten. 
Sie sind in vergoldeter Bronze ausgeführt, von vorzüglicher Composition 
und exactester Ausführung. Nebenbei sei noch bemerkt, dass dieses erst vor 
wenigen Monaten eröffnete Theater mit dem herrlichen Vorhange Siemi- 
radczkPs heute eine Hauptsehenswürdigkeit von Krakau bildet. 
AusgezeichneteArbeiten finden wir schließlich bei den Kunstschlossern, 
in erster Linie bei den Lemberger und Krakauer Firmen. Aber auch die 
Provinz ist mit guten Arbeiten vertreten. Gute Laternen, Kamingeräthe etc. 
bringt Jan Zajaczkowski in Krasicze, derbere Schlosserarbeiten Anast. 
Konsuszy in Tarnow. 
Vorzügliches leisten die Firmen Jan Daschek und Jan Stankiewicz 
in Lemberg und Josef Gorecki in Krakau, ersterer mit schönem Thor- 
und Oberlichtgitter, gutem Kaminschirm und sehr schönen Thürbeschlägen, 
Stankiewicz mit Füllungsgittern, Stiegengeländern und Lustern in Schmiede- 
eisen mit Messing und Kupfer aufgeputzt, worin wohl hie und da zu viel 
des Guten geschehen ist. Gorecki mit einem großen, nach Zeichnung des 
Architekten Knaus ausgeführten, sehr wirkungsvollen Schmiedeisen-Thore, 
welches für das Kloster der Pauliner in Krakau bestimmt ist, und mit 
einem nach eigenem Entwurfe gearbeiteten, eleganten Luster für den 
Fürsten Lubomirski. 
Eine gut gearbeitete, schmiedeeiserne Cassette hat Konopacki aus 
Lemberg im ruthenischen Pavillon ausgestellt. 
Die uns ferner liegenden Industriegebiete übergehend, sind wir am 
Schluss: angelangt. 
Der Weg, den die noch junge Kunstindustrie Galiziens eingeschlagen, 
ist derselbe, den die Kunstindustrie des übrigen Oesterreichs und Deutsch- 
lands zurückgelegt hat. Von der Architektur geführt und unterstützt 
durch die neugegründeten, gewerblichen Lehranstalten, reift sie zusehends 
zu selbständiger Thätigkeit heran. Die rege Bauthätigkeit in den Städten, 
voran Lemberg und Krakau und das immer weiter sich ausbreitende Netz 
gewerblicher Lehranstalten sind eine Gewähr dafür, dass das so erfolg- 
reich begonnene Werk sich immer mehr ausbreiten und festigen werde. 
Ueber Zeichenfertigkeit und ihre Anwendung 
in der Praxis. 
Von Hans Macht. 
l. 
(Fortsetzung) 
Auf diesem Gebiete ist der selbstschöpferischen Kraft des Künstlers 
der weiteste Spielraum geboten. Gewaltiges schaßt er, unbeirrt von den 
Einflüssen der Erscheinungswelt, in eigentlich idealem Sinne. Und dennoch 
ist solches Wirken nicht unverträglich mit der Liebe zur Natur und vor
	        

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