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Volltext: Alte und Moderne Kunst II (1957 / Heft 11)

Romanische Kapelle mit dem G1 
lherhochgrab im Stift Krcmsmi 
SICF. 
 
DAS GUNTHERHOCHGRAB IN DER 
STIFTSKIRCI-IE ZU KREMSMÜNSTE] 
VON P. ALTMAN KELLNI 
Eine uralte Sage erzählt, Gunther, der Sohn des Agilolfingerher- 
zogs Taxsilo sei auf der jagd durch einen auf den Tod getroffe- 
nen Eher ums Leben gekommen. Der treue Hund kam klagend 
zum Sammelplatz; bald stand Tassilo erschüttert vor der Leiche 
Gunthers, neben der der verendete Keiler lag. Der Herzog ge- 
lobte, an dieser Stelle ein Kloster zu Ehren des Weltheilands zu 
bauen. Man schrieb das Jahr 777. 
Sicher war dieser Bericht schon den Mönchen des 12. Jahrhun- 
derts bekannt. Erzählt doch der Hausehronist Bernardus Norieus 
die Begebenheit in anschaulicher XVeise. So wurde mit der Zeit 
aus dem liamiliengrab der letzten Agilolfinger, das sich inmitten 
der Ahtcikirche befand, das Grab Günthers. Als man 1232, ver- 
anlaßt durch den Neubau des Münsters, dieses Erdgrab öffnete, 
entnahm man Gebeine, die drei oder vier Skeletten angehören. 
1283 konnte der Chor geweiht werden, 1298 wurde der Hochal- 
tar mit vier anderen Altären konsekriert. Nun konnte Abt Fried- 
rich von Aich (1274 - 1325) den Auftrag zur Erstellung einer 
Steinplastik für das neue Guntherhoehgrab erteilen. 
 
Am 7. Dezember 1304 übertrug man die Gebeine des Stiftergral 
zusammen mit denen des seligen Mönehes Wisinto aus der IN 
rienkirche, wo sie während der Bauzeit ruhten, in das neu 
richtete Hoehgrab. Es hatte seinen Standort im rüekwärtig 
Teil der Kirche, in der Mittelachse des dreischiffigen Raumes 
Bevor wir die Deckplatte vom künstlerischen Standpunkt aus '- 
traehten, wollen wir dem Schicksal des Denkmals bis zu l 
serer Zeit herauf naehspüren. 
1509 wurde das Stiftergrab erstmals verlegt. Abt johanit 
Schreiner rückte es vor, bis an die Stirnwand des hoehliegenc 
Qucrschiffes. Ein kunstvolles Gitter umschloß das Monumc 
zur Rechten und zur Linken führten Marmorslufen zum Hoi 
altar empor. Am Kopfende, dem Volk zugewenclet, erhob s 
der Krcuzaltar, der dann bald auch den Namen Stifteral 
erhielt. 
1677 ließ Abt Erenbert II. das llochgrab öffnen. Man ließ s 
von der Erwartung bestimmen, Reliquien oder andere Altertün 
zu finden. 
t-Cupl des Gunther, Sohn Herzog Tassiios von 
Bayern.
	        
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