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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 158)

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derem Geschick herausgeschlagenen Nase lassen sich Spuren von Hammer 
und Treibbunze erkennen. Alles was zur Detailzeichnung gehörte, ist 
vermittelst eines leicht abgestumpften Griffels von Aussen nachgeschlagen 5), 
so die unschönen Vertiefungen der Nasenflügel, die Grübchen, die Wim- 
pern, Brauen und Hautfalten der Augen, alle Gliederungen im Haare, ein 
Buckel am Ende der Backenlocken, und mehrere Rillen im unverzierten 
rückwärtigen Rande. An einigen Stellen inwendig hat sich eine dünne 
Kruste sandartig harter Masse erhalten. Wie mir von einem praktischen 
Kenner der Treibtechnik versichert wurde, könnten dies Reste von Treib- 
kitt sein, welcher für den Einschlag von aussen verwendet zu werden pflegt. 
Die Maske ist von den übrigen Exemplaren der ganzen Reihe durch 
Inschriften ausgezeichnet. Die Inschriften sind auf der grieslichen Fläche 
des Metalls sehr schwer erkennbar, lassen sich aber bei längerem Studium 
bestimmt und in allen Einzelnheiten sicher verfolgen. Wie die Punkt für 
Punkt genauen Copien auf Taf. X zeigen, finden sich an drei Stellen mit 
dem Punktirgrilfel Namen eingeschlagen. Auf der Innenseite des linken 
Backens steht in zwei theilweise ineinander greifenden Zeilen: 
TPll 
-RlSCl 
ferner, vielleicht in Folge dieses ungenügenden Gelingens, wiederholt auf 
der Ausscnseite des rechten Backcns unten: 
T.PIi. PRISCI 
schliesslich unterhalb des Kinns, wie erst Hans Macht beim Zeichnen der 
Maske gewahr wurde: 
VITAHS 
TCRISPINI 
Diese letztere Aufschrift kann sich nur auf das Porträt der Maske 
beziehen. Vitalis kommt zwar als Frauenname nicht gerade häufig vor, 
ist aber als solcher durch eine Reihe von Beispielen, unter anderem auch 
aus einer dacischen Inschrift G), belegbar. Titus Pius Priscus dagegen ist 
dann der Verfertiger, wie auch sonst im Genetiv der Name des Arbeiters 
oder Fabrikanten auf Metallarbeiten punktirt angegeben ist 7). Auffällig 
5) Die Procedur des Nachschlagens von aussen (imzcvlxsüsxv. refouler) zeigt sehr 
deutlich ein geschnittener Stein der Sammlung Duc de Luynes (Ring, antique gems and 
rings, XXXVIII, w! und ein von Helbig, Wandgemälde, 13189, T25. XVll (Daremberg 
et Saglio, Dietionnaire des untiquites, Fig. 661 und 942) veröifentlichtes pompejanisches 
Bild, welches Thetis in der Schmiede des Hephaistos darstellt. Ein Arbeiter sitzt hier 
vor einem mit getriebenen Reliefs bereits versehenen Helm, der über einem Treibstock 
auf einer Basis liegt, indem er mit einem spitzen caelum und Hammer beschäftigt ist, 
einzelne Theile der Reliefornamente nachzuschlagen. Vrgl. auch Gerhard, Griech. und 
etrusk. Trinkschalen, Taf. IX, i; Overbeck, Heroen-Galerie, Taf. XVlll b. 
s) C. L L., lll, 1335. - Für die Form des L vergl. unter Anderem C. l. L. IV, 
1510, tab. l, 1b. 
') So steht der Name des Verfenigers MEDAMI einpunktirt auf der Rückseite 
der Lnuersfnrter Phalene; Otto Jahn, Lauersforter Phalerae, p. 17. Vergl. F. Wieseler,
	        

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