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Troppau: „Über Kunstsammeln und Kunsthandel in alter und neuer Zeit", Durch- 
schnittsfrequenz 178 Personen. 4. Dr. Hermann Muthesius, geheimer Regierungs- 
rat im königl. preußischen Handelsministerium in Berlin: „Das englische Wohn- 
haus", Durchschnittsfrequenz 422 Personen. 5. Architekt Julius Leisching, Direktor 
des mährischen Gewerbemuseums in Brünn: „Das Porträt des XVIII. und XIX. 
Jahrhunderts", Durchschnittsfrequenz 288 Personen. 
Die Direktion hat ferner wie in den Vorjahren im Laufe der Monate Februar 
und März an Sonntagnachmittagen zwei volkstümliche Museumskurse für Lehr- 
personen und kunsthandwerktreibende Arbeiter veranstaltet. 
Der erste Kursus, vierstündig (am 4., 11., 18. und 25. Februar) hatte den 
Titel: „Zur Geschichte des Kunstgewerbes der neueren Zeit, XV. bis Anfang des 
XIX. Jahrhunderts" (Innendekoration, Hausrat, Möbel, Keramik etc.) (mit skiop- 
tischen Demonstrationen), Vortragender: Kustosadjunkt Dr. August Schestag, 
Durchschnittsfrequenz 220 Personen; der zweite Kursus, vierstündig (am 4., 11., 
18. und 25. März) führte den Titel: „Kunstgeschichte Wiens vom Altertum bis 
zur Mitte des XIX. Jahrhunderts" (mit skioptischen Demonstrationen), Vor- 
tragender: Regierungsrat Dr. Eduard Leisching, Vizedirektor des k. k. Öster- 
reichischen Museums, Durchschnittsfrequenz 430 Personen. 
Samstag den 10. März 1906 hielt der Kurator des Museums Seine Exzellenz 
Karl Graf Lanckoronski im Österreichischen Museum einen Vortrag über den Dom 
von Aquileia, dessen gründliche wissenschaftliche Erforschung er vor Jahren ver- 
anlaßt hat. Professor George Niemann hat das hochinteressante Bauwerk architek- 
tonisch aufgenommen. Professor Dr. Heinrich Swoboda hat ihm ein eingehendes 
Studium gewidmet, dessen Resultate in einem von Grafen Lanckoronski heraus- 
gegebenen, im Verlag von Gerlach ä Wiedling in Wien erschienenen monumen- 
talen Werke niedergelegt sind. Graf Lanckoronski gab in seinem Vortrag eine 
Übersicht dieser umfangreichen Arbeiten und schilderte die wechselvollen 
Schicksale Aquileias, worauf Professor Dr. Heinrich Swoboda an der Hand zahl- 
reicher Lichtbilder die Schönheiten des Bauwerks und die reichen kunstwissen- 
schaftlichen Ergebnisse der Forschungen erläuterte. Dem Vortrag wohnten Ihre 
k. u. k. Hoheiten die Erzherzoginnen Maria Josefa, Maria Annunziata und 
Gabriele bei. 
Am 18. Mai 1906 hielt Frau Agathe Wegerif-Gravestein aus Apeldoorn 
(Holland) im k. k. Österreichischen Museum einen interessanten Vortrag über die 
geschichtliche Entwicklung, die Technik und die neuere Anwendung des Batik- 
verfahrens. Dieser Vortrag diente zugleich als Einleitung für eine Ausstellung 
hauptsächlich von der genannten Dame selbst angefertigter Arbeiten, die dann für 
einige Wochen im Museum ausgestellt blieben. 
Das Museum konnte auch Arbeiten dieses Unternehmens, die bereits vor 
fünf bis sechs Jahren erworben worden waren, und einige ausgezeichnete indische 
Originalstücke vorweisen, so daß man einen Überblick über die gesamte Entwicklung 
dieses Zweiges der Kunst erhalten konnte. Die neueren Erzeugnisse sind zumeist 
in jener kräftigen neueren holländischen Art ausgeführt, als deren Hauptvertreter 
man das Ehepaar Wegerif schon auf der Turiner Ausstellung des Jahres 1902 
kennen lernen konnte. 
Die Zahl der Besucher des Museums betrug im Jahre x9o6: 122.824 
(+ 14.904"). Davon kommen 99.854 auf die Sammlungen und Ausstellungen 
(+ 14-449); s-ssa auf die Vorlesungen (- 338); 17-437 (+ 793) auf die Bibliothek. 
13.848 (+ 808) am Tage und 3.589 (_ 15) am Abend; 5.376 (+ 1.538) zahlten 
Eintrittsgeld. 
' 4+ und - bedeutet mehr und weniger als im vergangenen Jahre.
	        

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