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Gebiet wurden in der Grulicher Schule sowie in Oberleutensdorf durch- 
geführt. 
Was die sonstige Spielwarenindustrie der Oberleutensdorfer und Katharina- 
berger Gegend anlangt, so lauteten die Äußerungen der kontinentalen und 
amerikanischen Händler, welche unsere Ausstellung besuchten, ziemlich pessi- 
mistisch und wurde namentlich bemerkt, daß der Preis der Marktware enorm 
gedrückt sei, während Neuheiten in Genre der Uchatiusschen relativ lohnend 
abgesetzt werden. Das Unterrichtsministerium hat anläßlich der durch die Haus- 
industrieausstellung dargelegten Verhältnisse eine große Sammlung von Spiel- 
waren ankaufen lassen und eine Fachkapazität mit der Durchführung einer Aktion 
zur Förderung der Spielwarenindustrie betraut. 
Die Coitinenser Kleinkunst empfing durch die I-Iausindustrieausstellung viel- 
fache Erfolg versprechende Anregungen. Aus diesem Anlaß wurden der dortigen 
Genossenschaft eine größere Zahl von Entwürfen für Intarsia, Tarcassiarbeit etc. 
gegeben, die in ausgeführten Arbeiten in der Ausstellung vertreten waren und den 
Grundstock für die Beteiligung Cortinas an der Londoner Ausstellung abgaben. 
Besondere Erwähnung verdient die Filigranarbeit. Diese zeigte in den letzten 
Jahren infolge der ausschließlichen Benutzung von veralteten, geschmacklosen 
Modellen starken Verfall. Für den Zweck der Hausindustrieausstellung wurden 
der Genossenschaft auf dem Wege der Schule eine Anzahl guter alter Vorbilder 
sowie moderne Entwürfe zur Verfügung gestellt, was sich um so leichter tun ließ, 
als Cortina kein bodenständiges Kunstgewerbe hat, die Wahl der Vorbilder sonach 
eine weniger begrenzte war. 
Die Ausstellung hat uns in guten Exemplaren das bemalte Bauernmöbel der 
Alpenländer sowie der slawischen Länder, und zwar zumeist aus der Barockzeit 
vorgeführt. Die Wiederbelebung dieser Art der Volkskunst schien ganz besonders 
zeitgemäß und es begann das Museum mit dem Ankauf von Möbeln dieser Art 
sowie von Kopien alter Entwürfe. Hiesige Möbelerzeuger und solche aus der Pro- 
vinz begrüßten mit Befriedigung die Absicht, Vorbilder dieser Art hinauszugeben. 
Auch der Bemalung von Wasserschaffen und Holzgefäßen, die in den Alpenländern 
sehr gepflegt wurde, sei hier Erwähnung getan. 
Eine Reihe von Techniken des Sattlergewerbes verdient eingehendesStudium. 
Von besonderer Schönheit sind einzelne der mit Pfaufederkielen gestickten oder mit 
Blei-Stiften inkrustierten Leibgürtel aus den Alpenländern. Heute noch an manchen 
Orten geübt, könnte diese Technik vor allem Anwendung bei der Herstellung von 
Artikeln der Fremdenindustrie finden. Ein gleiches gilt von der Lederverbrämung 
der Körbe, die häuiig außerdem Pfaufedernstickerei tragen. 
Eine aus den Mitteln der Hausindustrieausstellung anläßlich dieser Exposition 
beschaffte Musterkollektion von Korbiiechtwaren hat, besonders in Körben japa- 
nischen Genres, die besten praktischen Erfolge nach sich gezogen und zur Ein- 
führung eines Wanderkurses für diese Spezialität geführt. 
Mit den hier gegebenen Daten, die ja die von der Hausindustrieausstellung 
ausgegangenen Anregungen durchaus nicht in ihrer Gänze wiedergeben, ist wohl der 
Erweis der praktischen Nützlichkeit dieser Ausstellung erbracht, wenn schon, wie 
gesagt, die Früchte derselben vielleicht nur langsam zu Tage treten werden. 
Am 24. März 1906 fand die Eröffnung derSpitzen- und Porträtausstellung durch 
Ihre k. u. k. Hoheit die durchlauchtigste Frau Erzherzogin Maria josefa statt. 
Die Idee, unter den Auspizien Ihrer k. u. k. Hoheit der Frau Erzherzogin 
Maria josefa, im k. k. Österreichischen Museum eine Ausstellung von Spitzen aus 
Privatbesitz - hauptsächlich Österreichs - zu veranstalten, wurde mit um so 
größerer Freude ergrilTen, als man hoflte, der bereits in mächtigem Aufschwung 
befindlichen österreichischen Spitzenindustrie und dem Interesse des Publikums 
SPITZ EN- 
AUSSTELLUNG
	        

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