MAK
NEU AUSGESTELLT 
AUSWÄRTIGE 
AUSSTELLUNGEN 
Die Winterausstellung des Museums trug diesmal der Strömung der Zeit 
Rechnung, indem sie eine Reihe von korrekt durchgeführten Interieurs in 
historischen Stilen bot, während weiters einige Innenräume in sogenannter 
moderner Weise komponiert waren: eine Anzahl solher Räume vertrat, aber auch 
ein Genre das eine glückliche Anlehung an Historisches verriet, gleichwohl aber in 
gewissem Sinne als modern bezeichnet werden konnte. Es scheint uns als sollten 
uns die Schöpfungen dieser letzteren Art einen Ausblick in die Zukunft gestatten, 
wiewohl in den auch für uns maßgebenden Kulturstaaten Frankreich und England 
mehr denn je an den reinen historischen Stilen festgehalten wird. 
Die Winterausstellung enthielt außer zwei modernen lnterieurs und einer 
kompletten von Portois ätFix ausgeführten Wohnung, deren Zimmer eine Anlehung 
an historische Stile zeigten, eine gotische Stube nach Angaben Seiner Exzellenz 
des Grafen Hans Wilczek entworfen vorn Architekten Humbert Walcher von 
Moltheim, eine Bauernstube aus dem Alpachtale nach einem Entwurfe des seither 
verstorbenen Professors Josef Tapper in Innsbruck, ein Renaissancewohnraum 
verfertigt von Anton Pospischil, ein Jagdzimmer für ein kleines jagdschlößchen im 
Stile der frühen Barockzeit von Schönthalers Söhne, ein Damensalon Louis XVI 
von]. Klöpfer, ein Herrenzimrner im Exnpirestile von Karl Bamberger, ein Speise- 
raum im Stile der holländischen Renaissance aus dem Anfang des XVlI. Jahr- 
hunderts, ausgeführt von der Firma Heinrich Röhrs in Prag, ein Wohnzimmer im 
Biedermeierstil nach Originalen im Schlosse Wetzdorf von H. Irrnler und ein 
Wohnzimmer in der Art des Biedermeierstils von Anton Pospischil, eine Halle 
im Stile der Zeit der Königin Elisabeth von England von Sigmund jaray und ein 
Frühstückszimmer im Stile Sheratons von demselben, schließlich einzelne Stücke 
einer Empireeinrichtung ausgeführt von Portois ä Fix. 
Wie in früheren Jahren so zeigten auch diesmal die sämtlichen Gruppen der 
Kunstindustrie, etwa die juwelierkunst ausgenommen, gute Vertretung. Daß 
an Schmuck nicht viel geboten wurde, erklärt sich durch den Umstand, daß die 
Kreationen unsererI-Ierrenjuweliere nicht zahlreich genug sind, als daß diese außer 
der Exposition im eigenen Geschäite um die Weihnachtszeit auch auswärtige 
Ausstellungen beschicken könnten. 
Seine königl. Hoheit Herzog Ernst August von Cumberland hat den seit einer 
Reihe von Jahren im Museum exponiert gewesenen Reliquienschatz des Hauses 
Braunschweig-Lüneburg, nachdem die Belassungsfrist wiederholt verlängert wurde, 
zurückgezogen. 
Neu ausgestellt wurden in den Sälen II und III des Museums Porzellane, die 
aus fürstlich Metternich-Winneburgschen Besitz stammen und die als ein Teil 
des Substitutionsvermögens dieses Fürstenhauses für längere Zeit im k. k. Öster- 
reichischen Museum verbleiben sollen. Unter diesen Porzellanen, welche zahlreiche 
chinesische und japanische Arbeiten umfassen, und wozu auch einiges Wiener 
Porzellan, sowie ein Tafelservice aus Sevres aus der Zeit um x81o gehören, ist 
namentlich ein großes Service, das nach x84o ebenfalls in Sevres ausgeführt wurde, 
als Prachtleistung ersten Ranges zu bezeichnen. Das Service war ein Geschenk des 
Königs Louis Philippe an den Staatskanzler Fürsten Clemens Metternich anläßlich 
der am xo. Oktober 1846 stattgefundenen Hochzeit seines Sohnes Antoine Philippe 
Louis von Orleans, Herzog von Montpensier mit der Infantin Marie Louise, 
Schwester der Königin lsabella von Spanien. 
In nachstehenden Kronlandsstädten wurde über Ersuchen der betreffenden 
Museen eine Ausstellungvonkunstgewerblichen Objekten, welche auf der Weltaus- 
stellung in St. Louis ausgestelltwaren, veranstaltet: Troppau (Kaiser Franz Joseph- 
Museuin für Kunst und Gewerbe), Linz (Museum Francisco Carolinum), Außer- 
dem wurden einzelne Provinzmuseen durch leihweise Überlassung von kunstge-
	        

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