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Volltext: Monatszeitschrift II (1899 / Heft 7)

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bildet sich das Wappen aus Schild und Helmkleinod (Crest) allein, 
wobei dem Helmkleinode der Helmwulst als Unterlage dient. Durch 
diese Operation hat das englische Wappen die Helmdecke verloren, 
die durch ihre Farbe und den 
Reiz ihrer Linienführung nicht 
wenig zur Schönheit des 
Wappenbildes beiträgt. Wie 
vorstehende Abbildung, Fig. 
I7, zeigt, ruhte der Crest in 
früherer Zeit direct auf dem 
Schildrande, bildete also mit 
dem Schilde ein ungetrenntes 
Ganze, später hob sich der 
Crest in die Höhe und wurde 
über dem Schilde schwebend 
dargestellt, wodurch das 
Wappen nicht besonders ge- 
wonnen hatte, weil es stets 
einen zerfahrenen, zerrissenen 
Eindruck auf den Beschauer 
machte. In neuester Zeit 
kehrte man aber wieder zu 
der alten Darstellungsweise 
zurück. Der englische Helm- 
11x32 wulst zeigt sechs Windun- 
gen, von vorne nach rück- 
wärts laufend und mit dem Metalle beginnend. Eine hässliche und 
ganz unverständliche Absonderlichkeit der modernen englischen 
Wappenzeichnung ist das unperspectivische Aufreissen des Helm- 
wulstes, auch wenn er dem Helme aufgelegt wird (Fig. 18). Vor 
solchem Tric möge die deutsche Heraldik bewahrt bleiben. 
Ebenso mannigfaltig wie die Schildfiguren sind auch die Schild- 
halter der englischen Wappen. Alles und jedes wird zum Dienste als 
Schildhalter gepresst (Fig. 19), nicht einmal die armen Seehunde 
sind davor sicher und der umfangreiche Colonialbesitz John Bulls 
kommt da so recht zur Geltung. 
Die als Schildhalter dienenden Thiere erhalten häufig Halsketten, 
an den Halsring anhängende Schildchen, der Körper wird mit Roundels, 
Kreuzen und anderen kleineren Figuren bestreut, selbst die Beizeichen 
werden auf die Schildhalter gelegt, wodurch diese eine höhere 
Bedeutung als die in der deutschen Heraldik gewinnen. Die Schildhalter 

	        

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