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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1891 / 6)

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und mühevollen Posten mit der größten Pflichttreue und Umsicht aus- 
flillte. Aber auch das Puhlicum, mit dem ihn seine Stellung vielfach in 
Berührung brachte, wird sein anspruchloses, gefälliges Wesen in freund- 
licher Erinnerung behalten. 
Neu ausgestellt. Dienstag den rz. v. M. wurden die Sale Vl und Vll, welche 
wegen Auflösung der Costümausstellung geschlossen waren, für den Besuch des Publi- 
cums wieder erolfnet. Saal Vl enthält textile Gegenstände aus den Sammlungen des 
Museums, einen Tisch von Mahagoni in Rococostil und ein Kästchen (beide ein testa- 
mentarisch hinterlassenes Geschenk des Herrn Max Todesco), sodann kirchliche Sticke- 
reien von Freifrau von Pereira, Kunststickerei von Fräulein Sophie Moriz, einen Gohelin 
des I7. Jahrhunderts mit der nJagd der Dianaa, Eigenthum des Herrn Dr. Saria in Graz; 
ferner eine Salontischplatte in Holzmosaik vom Galanterietischler August Larisch in Baden 
bei Wien, und 24 Preise des Wiener Rudervereins nDonauhortu. 
In Saal VlI gelangte die künstlerische Verlassenschaft des jungen in Paris ver- 
storbenen Malers Eduard Fallenbdck zur Ausstellung. Diese Zeichnungen und Aqua- 
relle, insbesondere Blumenmalereien, sowohl aus der Wiener wie aus der Pariser Zeit, 
füllen den ganzen Saal. Ferner sind neu ausgestellt: zwei Porträtmedaillons in Bronze, 
von Bildhauer Joseph Kassin in Rom - Säulenhof; Fibeln und andere Schmuckgegen- 
stande mit sogenanntem Email der Barbaren; älterer Frauenschmuck u. dgl. von der 
Balkan-Halbinsel (Eigenthum des Herrn Consularbeamten Karl Peez in Sophia) - Saal l; 
Facsimile-Copie der Alhambra-Vase von Deck in Paris - Saal II; Collection schlesischer 
Glaser (Geschenk des Grafen Gaschin in Rochus bei Neisse) - Saal III; Relief von 
einem antiken Gefässhenkel, Bronze; Spindeluhrkloben; Glasmalereien, Copien alter 
Originale, von Bouche in München; Arbeiten in Eisen (Cassette aus dem I6. Jahrhunderte, 
Truhenschloss u. dgl., Schlüssel, Blumengitter u. s. w.) gekauft auf der Auction Milde - 
Saal V; Bildchen mit Jagdscene in Elfenbein (18. Jahrhundert) - Saal Vlll. 
Besuch des Museums. Die Sammlungen des Museums wurden im Monat 
Mai von tt.45t, die Bibliothek von xt74 Personen besucht. 
Litteratur - Bericht. 
The Years Art 1891. London, Virtue 8c C0. kl. 8". XXIV, 386 S. 
Der zwölfte Jahrgang dieses Handbuches weicht in der Anordnung nicht von den 
Vorgängern ab. Die Gesammtaumme der Staatsbeitrage für Kunstinstitute in Groß- 
britannien und Irland für 1890[91 betragt 721.380 f gegen 712.197 i) für 188g[go, der 
Mehraufwand für Ankäufe, Reisen etc. ist aber beträchtlicher , da andere Ausgaben, wie 
für Neubauten und Pensionen, rund 11.000 f geringer erscheinen. Der Aufwand für 
das Kensington-Museum beläuft sich auf 52.972 ß, und zwar an Gehalten 10.971 f 
(Direetor 950, 2 Assistent Directors je 700, 4 Museum Keepers 2050, 10 Aasistant 
Museum Keepers 3989, 8 Junior Assistants 732., 9 Special and Technical Assistants 
1850 f), Anschalfung von Kunstwerken 10.000, von Reproductionen (Galvanoplastik etc.) 
12.00, Photographien 1200, Gemäldasammlung 1000, Bibliothek 2250, Herstellung von 
Handbüchern 500 ß ; Gebaudeerhaltung und andere Ausgaben, die sich aus den Nachweisen 
nicht erkennen lassen 25.850 ß; außerdem für die mit dem Museum verbundene National 
Art Training School 5445 f; Aus den die Kunst berührenden Parlamentsverhandlungen 
ist ersichtlich, dass die hohen Bilderpreise und die willkürlichen Taufen von Gemälden 
bei dem Budget der Nationalgalerie Anstoß erregt haben. In der Uebersicht der Kunst- 
nnstalten erscheinen jetzt auch solche in Canada (Ottawa, Toronto, Montreal, New 
Brunswick), Australien (Sydney, Melbourne, Adelaide und in mehreren Orten Neusee- 
lands). Als Illustrationen sind Bildnisse von Mitgliedern der Society of Painters in Water- 
colours und Reproductionen nach Gegenständen in den Ausstellungen des vergangenen 
Jahres beigegeben, die letzteren aber hauhg in einer Verkleinerung, die das Dargestellte 
kaum noch erkennen lässt. l B. 
La broderie du XIC siecle iusquä nos jours d'apres des specimens authen- 
tiques et les anciens inventaires par M. Louis de Farcy. 1 fasc. 
Paris, E. Leroux, 1890. Fol. M. 80. 
Ein großangelegtes Sammelwerk, dessen Zustandekommen nicht warm genug 
begrüßt werden kann. Zwar vermochte man sich vielfach eine befriedigendere Art der 
Reproduction vorzustellen. Der Lichtdruck wird den Originalen nicht immer gerecht, 
Jahrg. 1891. 8
	        

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