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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1869 / 40)

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znsnmmeupressexi lassen und dann in diesem Zustande verharren. - mir ist indes: nicht 
bekannt geworden, dass diese Eigenschaft in der Industrie eine Anwendung gefunden hätte. 
Dagegen hat die Verwendung einer teigartigen plastischen Masse, des gemahlenen 
Halses oder Holzseuges, wie es als Hadernsurrogat in grossen Massen erzeugt wird, sn 
manchen Orten Fnss gefasst. Herr v. Scriba in Braunschweig war einer der ersten, 
welche aus diesem Teige von Holspulver und einem Bindemittel verschiedene ornamentale 
Gegenstände presste. Sie sind 3 bis 4 Mal leichter als Papier-mache und um 25 pCt. 
billiger, und eignen sich zu Plafondverzierungen, Möbelschmuck, Rahmen, Cousolen, 
Puppenköpfen I1. dgl. m. 
Es obliegt mir nun noch, zum Schlusss mitzutheilen, was die Statistik über die 
Verbreitung der Holz-Kunstindustriegewerhe angibt. Die Daten sind freilich wohl derart, 
dass sie kaum Schlüsse geststten und nichts Positives darsmllen. 
Die Zahl der in London mit Holl-Kuustiudnshie beschädigten Personen betrug im 
Jahre 1866 mit Ausschluss der Arbeiter: 
Möbel- und Kunsttischler 812 
Bildschnitaer und Vergolder 342 
Schnitzer und Einleger 108 
Zusammen 1262. 
Der Werth der im Jahre 1865 nach England importirten Kunstlischlerwsaren be- 
trug 1.289.250 6., der Export 2898670 fl. 
Für Paris stehen uns genauere Aufschlüsse sur Disposition. Es betrug im Jahre 
1867 die Zahl der Werth der 
Arbeiter erzeugten Waaren 
Mbbel- und Knnsttischler. . . . . . . . 1642, 795l, 345476500 Frs. 
Erzeuger von aingel. Holzarbeiten 101. 246, 1989970 , 
Holzbildhauer  ........... .. 24a, 101, 226414410 „ 
Zusammen 1988, 8904, 37,B30.770 Frs. 
Für Wien fehlt jeder genaue Anhaltspunkt. Dagegen wurden im Jahre 1862 be- 
liufs der Reform der ErwerbsteuerGesetzgebung für ganz Oesterreich folgende Daten su- 
sammengestellt: 
Möbelfabrikanten............ 
 
 
 
 
......... l2l 
Tischler und Schreiner . 31.519 
Fournierschneidewerke . 48 
Parqueteninhriken. . 9 
Uhrkistentischler . lO 
Fiichermacher. . . . 5 
Holz-Galanteriearbeiter . . . . 87 
Kinderspielwnaren-Erzeuger . . . . . . . . . . . . . 50 
Berchtesgmdnerwaaren-Erzeuger u. Händler 253 (?) 
Drechsler  3896 
Rosenkranzerzsnger 47 
Dosenmacher . . . . . . . . .. . . . 34. 
Aus diesen Daten lässt sieh wohl nur eines mit Sicherheit abstrahiren, und das 
ist, dass die Holz-Kuustgewerbe auch heute, wie zu allen Zeiten, keine geringe Bedeutung 
im Gulturleben der Völker haben und dass es eine der dsnkeuswertlsesten Aufgaben fiir 
die technologischen Lehrkanzeln sein muss, die technische. und für die Kunstindustrie- 
Museen die ästheüsche Seite der lIolz-Knnstgewerbe zu pflegen. 
Kunst- und Industrie-Museum in Moskau. 
Die "Gazette des Beaux Arts" hat vor nicht langer Zeit uns der Feder eines der 
Mitbegründer des Kunstindustrie-Museums in Lyon, des Herrn Nstalis Rondot, einen 
Aufsatz über das Kunst- und Industrie-Museum in Moskau verödentlichl , der die Inter- 
essen des k. k. österr. Museums zu nahe berührt, als dass wir ihm nicht an dieser Stelle 
der vollen Ausdehnung nach Raum geben sollten. 353 erö 
Das Museum in Moskau wurde am 29. April l ist de EneLSeine Entstehung ver- 
dankt es einer Anordnung des russischen Kaisers. Es mit m Hnndels- und Manufactur- 
Departement des Finanzministeriums untergeordnet und der Zeichcnschule Stmgauolf 
in Verbindung gebracht werden. 
Das Finanzministerium, dessen Chef Michel Rentern ein besonderer Befördcrer 
des Museums ist, hat das Gebäude hergegeben, in welchem das Museum seinen Sitz hat, 
und man hat binnen kurzer Zeit im Wege ödentlicher Subscripüon eine Summe von bei-
	        
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