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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1869 / 42)

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Aehnlich wird das Fach an den Industrieschulen zu Angers, 
Douai und Aix (in geringerem Umfange jedoch in Mühlhausen), Lüt- 
tich, Gent, Verviers, Huy, Tournay, Oudenarde, Brüssel, 
Mons, Namur, Antwerpen in den ldcoles industrielles oder profes- 
sionelle betrieben. 
In Lille wird auch ein besonderes Gewicht auf Spinnerei und 
Weberei gelegt. 
Das „Conservatoire des Arts et Metiers" ist jenes Institut, an wel- 
chem der Unterricht in der mechanischen Technologie zur höchsten 
Ausbildung gelangt ist. 
Unter der Direction des General M orin lehren: B e c q er e l ange- 
wandte Physik, T r e s ca Mechanik , Pay e n Gewerbchemie , S alve tat 
Thonwaarentechnik, A l c an Spinnerei und Weberei, P er s o z Färberei 
und Zeugdruck, B u r o t Gewerbestatistik. 
Ich citire nun hier die Bemerkung einer Autorität ersten Ranges, 
des Professors Wagner: „Die Vorträge werden unentgeltlich und für 
Jedermann abgehalten und durch glänzende Versuche, durch Erläute- 
rungen an Modellen und Maschinen, durch Tafelzeichnungen bis zum 
klarsten Verständnisse selbst für den weniger Vorgehildeten illustrirt. 
Die Qualität der meisten Vorträge, wenn wir den exacten deutschen 
Massstab anlegen, entspricht strengen Anforderungen, bei einigen indessen 
macht sich das von oben herab protegirte Nützlichkeitsprincip in auf- 
fallender Weise geltend, und zwar leider auf Kosten der Wissenschaft- 
lichkeit. Die Vorträge über alle Zweige der mechanischen und che- 
mischen Technologie werden nach dem Princip der Arbeitstheilung auf 
wissenschaftlichem Gebiete nur von Fachmännern, die meist ihr Wissen 
und Können auch in der Praxis bethätigt haben und von den betreffen- 
den Industriellen als Autoritäten betrachtet werden, auf das Speciellste 
abgehalten." 
Was die technologischen Sammlungen des Conservatoriums betrifft, 
so kann man dieselben mit vollem Rechte als die vortheilhaftest geord- 
neten und vollständigsten der Welt bezeichnen. Dies ist jedoch so zu 
verstehen, dass diese Sammlung nicht gerade die grösste Anzahl von 
Modellen, Apparaten, Maschinen, Werkzeugen, Instrumenten und techno- 
logischen Rohstoffen, Zwischenstufen und Fabricaten enthält, wohl aber 
Modelle aller epochemachenden Erfindungen und Verbesserungen, so dass 
sie sowohl die historische Entwicklung der gesammten Maschinentechnik, 
als auch die Ausbildung der auf Chemie und Agricultur hasizten Ge- 
werbe in belehrender Weise darstellt. Dieser in historischer Hinsicht 
hohe Werth der Sammlungen findet sich besonders deutlich ausgesprochen 
in den Dampfmotoren und in den Maschinen für Verarbeitung 
textiler Fasern. (Alcam)
	        

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