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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1869 / 44)

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(Cnrl Freiherr v. Lewinsky und Joseph Capellmann 1-.) In den 
letzten Wochen hat der Tod zwei Persönlichkeiten aus der Reihe der 
Mitlebenden gerissen, welche zu dem Museum in naher Beziehung standen. 
Carl Freiherr v. Lewinsky (geb. zu Lemberg 1813, 1' zu Brünn 
am 25. April 1869), war zur Zeit, als das österr. Museum gegründet 
wurde, Chef des Unterrichts-Departements im k. k. Staatsministeriilm 
und Präsident der Commission, welche die Statuten des Museums zu 
entwerfen hatte. Seine vielseitige Bildung, sein wohlwollender, allen 
bureaukratisch-starren Formen abgeueigter Charakter machten ihn ganz 
vorzüglich geeignet, in die Angelegenheiten des Museums fördernd ein- 
zugreifen nnd er that dies auch unermüdlich und erfolgreich. Er folgte 
mit lebhafter Theilnahme der Entwickelung dieses Instituts auch in der 
Zeit, da er an das Oberlandesgericht nach Brünn versetzt wurde. Eine 
ehrenvolle Erinnerung werden dem Todten alle jene bewahren, die sich 
für das Museum interessiren. 
Joseph Capellmann, gestorben zu Wien am 25. April d. J. im 
27. Lebensjahre, gehörte in den Kreis der jüngeren, aus der Schule 
Friedr. Schmidtfs hervorgegangenen Architekten, die mit reiner Begeiste- 
run für Kunst sittlichen Ernst und nicht geringes wissenschaftliches 
Stre en verbinden. Zu letzterem mag wohl die gute Gymnasialbildung 
beigetragen haben, die er sich unter der Leitung seines Vaters (vordem 
Gymnasialdirector am akadem. Gymnasium) erworben hat. Er gvhörte 
der Kunstlerrichtung an, deren Studien auf der Kunst des Mittelalters 
fussen und nahm an den Arbeiten des Museums - auch an den wissen- 
schaftlichen - lebhaften Antlieil. In den Portefeuilles des Museums be- 
findet sich eine Reihe von Zeichnungen, die Capellmann nach mittel- 
alterlichen Vorbildern des Museums ausgeführt hat. 
(Dlusterausstellung der österr. Kunstinduslrie 1871.) Das h. 
k. k. Handelsministerium hat der Direction des Museums mit Erlass 
vom 20. April Z. ö947fööl bekannt gegeben, dass es in der für das 
Jahr 1871 angeregten Musterausstellung der österr. Kunstgewerbe ein 
ganz geeignetes Mittel erkenne, die inländische Kunstindustrie zur wei- 
teren Entwickelung anzueifern und. den durch das Museum für Kunst 
und Industrie geförderten Fortschritt derselben zur Anschauung zu bringen. 
Das Handelsministerium erklärte ferner, sich die möglichste Förderung 
dieses Ausstellungs-Unternehmens angelegen sein zu lassen, und bezeich- 
nete den Ministerial-Concipisten v. Steinbauer-Seydel als seinen 
Vertreter, an welchen allfällige Einladungen zu den Sitzungen des Aus- 
stellungs-Comite zu richten waren. 
(Besuch des Museums.) Die Anstalt wurde im Monate April von 10.577 Per- 
sonen besucht. 
(Geschenke llll das Museum.) Der hochverdiente Correspondent des Museums 
in Paris, Herr Hofrath Dr. Wilh. Ritter v. Schwarz, hat der Bibliothek der Anstalt 
neuerdings folgende ihm über besondere Bitte von dem kaiserl. französischen Unterrichts- 
rninistsr Herrn Duruy überlassene Publicationen als Geschenk übersendet, nämlich: 
„Noticu nur las peinturss de Peglise ds St, Slvin, pur Märimee et Girard Segnior", Puri! 
1845, ein Toxtfolio mit 4 Heften und 42 Tafeln; „Monogmphie ds ls. Cnthädrale de 
Chartres", Paris 1865. 9 Hefte mit 72 Tafeln Abbildungen; „Comptes des dspensss de In 
cnnstruction du Cbätenu de Gnillou psr Deville", Paris 1850, 1 Quartbsnd Text und 1 
Atlas mit 16 Tafeln, und „Statistique monumenhlle de Paris pur Albert Lenoir", Paris 
1867. l Quartband Text und 36 Hefte mit 265 Tafeln Abbildungen. Ausserdem hat Herr 
Hofrath v. Schwarz dem Museum ein vollständiges aus 13 Binden bestehendes Fixen:- 
piu des französischen amtlichen Berichtes über die letzte Pariser Weltausstellung des
	        

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