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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1869 / 44)

Albin Denk, C. A. Lenoir, die Graf Thun'sche -Purzellanfabrik etc. 
in ihrer Eingabe hervorheben. 
Auch durch mannigiilche neue Untersuchungen und Erfindungen hat 
Herr Kosoh die österr. Industrie in werthvollstsr Weise unterstützt. Von 
den Erfindungen ist eine hochwichtige, nämlich jene, den Emaildruck von 
Glas und Porzellan auf Metall und Thon zu übertragen, unter Vermitt- 
lung des Museums und des hiesigen galvanoplastischen Ateliers von 
C. Hsas in Ausführung gekommen. 
Mehr als je zuvor wäre die Thätigkeit des Herrn Kosch für die 
Kunstindustrie im gegenwärtigen Momente zu verwertheu, wo die Kunst- 
gewerbeschule des Museums erödnet ist und die Schule nicht minder als 
die Industrie der Unterstützung eines Chemikers bedarf. Die Thätigkeit 
des Herrn Kosch auf dem Gebiete der Kunstindustrie ist leider im 
gegenwärtigen Memente durch die Verlegung seines Amtssitzes nach 
Hamburg sehr gehemmt. Dass ein Chemiker, der für die Porzellan-, 
Thon- und Glasindustrie so eminente Verdienste hat, wie Kosch, nach 
I-Iuinburg als seinem Amtssitze gewiesen wird, ist eine unverantwortliche 
Verschwendung geistiger Kraft. Die Unterstützung eines chemischen 
Lsbomtoriums, welches dem Zwecke der Industrie zugänglich wäre, 
scheint um so mehr im eigenen Interesse des Finanzministeriums zu 
liegen, als der Bau des neuen chemischen: Laborstoriums an der Uni- 
versität, der jetzt endlich entschieden ist, jedenfalls ausschließlich den 
Zwecken der Wissenschaft gewidmet sein und auch diesen kaum genügen 
wird, wie das Beispiel von Bonn, Berlin und Heidelberg lehrt, wo überall 
mehrere chemische Laboratorien bestehen und die Wichtigkeit derselben 
für Wissenschaft und Industrie invollem Masse anerkannt ist. - Das 
Curatorium erlaubte sich deshalb, die Versetzung des Herrn Kosch mit 
seinem Atelier nach Wien vom Finanzminister zu erbitten, zumd dadurch 
die amtliche Thätigkeit des Herrn Kqsch als Chemiker der Tabak- 
fuhviken-Direction, seinen eigenen Erklärungen und anderweitigen Erhe- 
bungen zufolge, nicht beeinträchtigt werden wird. Wie nämlich das Cura- 
torium in Erfahrung gebracht hat, bezieht sich die Thiitigkeit des Herrn 
Kosch in Hsiuburg keineswegs directe auf die dortige Fabrication, son- 
dern derselbe ist einerseits mit verschiedenartigen Untersuchungen der 
Tabalssarten und sonstigen chemischen Pmdueten, insbesondere von ge- 
fälschten Tabskserzeugnissen beschäftigt, welche ihm von der Tabak- 
fabriken-Directien von Wien aus zur Untersuchung nach Hainburg zuge- 
schickt werden und nach vorgenommener Prüfung hieher wieder zurück- 
kommen. Andererecits, und sogar vorzugsweise, ist Koscb mit rein wissen- 
schaftlichen Forschungen auf dem Gebiete der Pdanzenchemie beauftragt, 
um deren Resultate für das speeielle Interesse der Fabrication zu ver- 
wevthen. In beiden Beziehungen schiene die Verlegung des Luboratoriums 
von Hainburg nach Wien selbst im eigenen Interesse der Tahakfabriken-
	        

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