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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1869 / 48)

Mangel an einer gesunden Grundanschauung über Natur und Zweck der 
Möbel. 
' Am glänzendsten sind Goldschmiedekunst und Fayence vertreten. 
Chrietnflie, A. Falize, die Brüder Fanniere, Philippe, VernazAVec-htef 
Froment-Menrice haben glänzend ausgestellt. Die in japanischer Weise 
ausgetiihrten Incrustationeu von Christofile und Falize, einige Schmuck- 
sachen von Philippe, Silbergeschirre von Fanniere, mit Gold incrustirte 
Geiässe von Vernaz-Vechte gehören mit zu dem Besten, was in neuerer 
Zeit auf dem Gebiete der Goldschmiedekunst geleistet wurde. Bei den 
meisten Gegenständen ist die Zeichnung ebenso vortrefflich, als die Durch- 
führung präcise und elegant. Die Nachbildungen der Hildesheimer Ge- 
fässe durch Christoüle erregen viel Aufsehen. 
Die Fayencen beherrschen fast ausschließlich das keramische Fach. 
Pull, Deck, Jean, Collinot, Rousseau haben jeder in seiner Art trefflich 
ausgestellt; sie sind unseren Lesern wohl bekannt. Sie sind bei ihrer 
Art geblieben; Pull nimmt sich Bernhard Pallissy zum Vorbild. Collinot 
und Parviller den Orient; Theodor Deck benützt in geistreicher Weise 
Künstler verschiedener Art und Richtung wie Rousseau. Eine grosse 
Anzahl von Fayenciers treten in speciellen Richtungen hervor; einige 
lehnen sich mit Geist an die Decorationsweise der, Alt-Rouener Poterie 
an, andere, wie Bourier, gehen neue Wege. Die grosse Ausstellung 
von A. Ollive, in weissen und decorirten Fayenceplatten für Fussböden, 
in Kirchen, Wohngemächern, Küchen,'zeigt die grossen Fortschritte, 
welche die Fayencetechnik gemacht, die Anerkennung, die sie gefunden 
hat. DasFayence dominirt in einer solchen Weise, dass das Porzellan, 
das allerdings nur wenig durch Pillivuyt und Hache und Pepin-Lehallexir 
vertreten ist, fast in den Hintergrund gedrängt wird, wobei wir die Be- 
merkung nicht unterdrüeken wollen, dass sich in dem Porzellan eine 
einfachere und stoifgemässere Decoration in wohlthuender Weise bemerk- 
barünacht. Viel tragen zur Verbreitung der keramischen Decoration die 
Spezialschnle in Limoges und die Gepßogenheit bei, in einzelnen Unter- 
richtsanstalten für Mädchen den Unterricht im Porzellunmalen einzuführen. 
_ Glas ist- sehr wenig vertreten. Brocurd stellte imitirte orientalische 
Gläser in ziemlicher Anzahl und Vollkommenheit aus, Beccarat war nur" 
durch zwei Vasen von grossen Dimensionen vertreten; Durieu hat gra- 
virtes, Dopter geätztes Glas ausgestellt. Was sonst von Glas noch aus- 
gestellt ist, ist nicht besonders bemerkenswerth, mit Ausnahme der Spiegel 
im sogenannten venetianischen Geschmacke. Bay, Duval, Buquet u. a. m. 
stellten Spiegel ähnlicher Art in reicher Anzahl aus; sie scheinen die 
Mode zu beherrschen. _ 
Ausserordentlich zahlreich und mitunter glänzend ist die Metall- 
technik vertreten, Bronze, Zink, Eisen. Es ist nicht nöthig, dies besonders 
zu erwähnen. Die Fabrication in diesen Zweigen macht durch die grossen
	        

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