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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1869 / 52)

Oomponenten gegenüber dem Kalk untersucht und findet so, dass, wenn man de: 
einen derselben, das kieselsaure Kali, welches man durch Zusammenschmelzen 
von Kali und Kieselsäure künstlich herstellen kann, in seiner wässerigen Lösun; 
(als Wasserglas) mit Kalkhydrat zusammenmischt, es oft schon während des Mi 
schens, jedenfalls aber schnell darauf zu einer harten, cohärenten Masse wird, dll 
ihre Härte im Wasser behält, wohl gar noch daran annimmt, so dass sie nacl 
kurzer Zeit die Härtia des Kalkspsths erhllt. Die Analyse solcher erhärteter Pro 
ducte zeigt, dass sie nichts anderes sind als kieselsaure Kalke mit einem ge 
wissen Gehalt an Wasser, entstanden also durch Verdrängung des Kali's aus den 
frühem kieselsauren Kali durch den Kalk. 
Es bedarf indess nicht einmal eines löslichen Knlisalzes der Kieselsäure, urn 
mit Kalk kieselsauren, festen, in Wasser hart bleibenden Kalk zu bilden, sondern 
die verschiedenen Arten freier Kieselsäure schon, vorausgesetzt, dass sie amorph 
und möglichst fein vertheilt sind, verbinden sich mit Kalkbrei zu Teigen angemacht 
nach kurzer Zeit damit direct so, dass steinhsrte Massen entstehen. ' 
Dieser so erzeughare kieselsaure Kalk, der stets Krystallwasser enthält, 
muss daher ein wesentlicher Bestandthoil aller aus den genannten Mineralien be- 
reiteten hydraulischen Kalke sein, denn die Bedingungen seiner Bildung sind ja 
dort auch vollständig gegeben. Allein der kieselsaure Kalk für sich, den man 
z. B. wie angegeben künstlich und rein darstellen kann, ist noch kein sehr bestän- 
diges Silicat. Kohlensäure schon, die der Luft sowohl wie die in Wasser ge- 
löste, zersetzt ihn nach längerer Einwirkung so, dass kohlensaurer Kalk entsteht 
und die Kieselsäure wieder abgeschieden wird; er wird dadurch mühe, hröcklich 
und zerfallt. v 
Wenn der hydraulische Mörtel eine grössere Beständigkeit und Widerstands- 
fähigkeit auch gegen dieses Agens zeigt, so scheint ihm der zweite Hsuptbestand- 
theil des veränderten Materials, die ki esel san reThonerde, dazu verholfenzu haben. 
Damit scheint sich der kieselsaure Kalk im Moment seines Entstehens zu 
einer Doppelverhindnng zu verbinden oder dadurch einfach dichter, verkitteter zu 
werden (die Ansichten sind hierüber getheilt), so dass der hydraulische Mörtel nach 
dem Erhärten in jedem Falle eine chemische, oder mindestens änsserst innige me- 
chanische, durch Adhisions- und Cohüsionskraft susammengehaltene Verbindung von 
wasserhaltigem kieselsauren Kalk und kieselsaurer Thonerde darstellt. 
Es ist darum nicht ganz gewiss, ob hier eine chemische oder hlos mc- 
chanische Verbindung dieser heiden Bestandtheile vorliegt, weil man die Erfahrung 
gemacht hat, dass hlosse Mischungen von gepulvertem Aetzkalk und Feuerstein 
Mörtel gaben, die jahrelang dem Meerwasser sogar, welches stets Kohlensäure 
enthält, vortreiflich widerstanden; weil man ferner i_n dem berühmten Kalk von 
Theil ein Material hat, welches nur Kieselsäure, Kalk und Kohlensäure enthält, 
und nach idem Brennen, Pulvern und Anriihren mit Wasser einen hydraulischen 
Cement mit Ausschluss aller Thonerde gibt, der so vorzüglich ist, dass man mit 
ihm die grössten Hafenbauten Südfrankreichs ausführen konnte. 
Dasselbe gilt von einem fast thonerdefreien, aber kieselsiiurehaltigen fran- 
zösischen Kalk aus dem Departement Eure-et-Loire, der viel als Wassermörtel be- 
nützt wird. 
Fuchs hat ferner durch Versuche gezeigt, dass, wenn man ein Gemisch von 
l Thcil Kalk und 3 Theilen Quarz bis zum anfangenden Verglasen erhitzt, dann 
wieder serreibt, und mit neuen Mengen Kalk (im Verhiiltniss von 6 : l) und Wasser 
anmacht, man einen hydraulischen Kalk erhält, der zwar langsam, aber nach Mo- 
naten doch so fest wird wie Marmor. 
Die Erwähnung dieser kieselsäurehaltigen Kalksteine fiihrt mich nun zur 
Buahreibung einer andern Art von Kalksteinen, die eine Beimischung von Thon
	        

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