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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1869 / 53)

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Kleinere Mittheilungen. 
(Neu ausgestellte Gegenstände.) Am I5. Jlinner 1870: Eine Suite von Pho- 
tographien nach alten Möbeln, Geschenk der Commission des Gewerbemuseums in Harn- 
bnrg an das Museum; - Email, Porzellan, Lackgegenstände aus Java, Japan und China, 
Eigenthum des Herrn Baron Pereira; - ein Kästchen aus Ebenholz und ein Rahmen, 
entworfen und geschnitzt vom Bildhauer Heinz; - der junge Speckbacher, nach Deder- 
ecker in Holz geschnitzt von S. Stein er. 
Arn 19. Jänner: Chinesisches Schachbrett mit Elfenheiniiguren, ferner die Tiefen- 
karte des adriatischen Meeres von A. Rois, beide aus dem Besitze Sr. k. Hoheit des 
Herrn Erzh. Rudolf: - Medaillen-Porträt des Hofschauspielers Lewinsky vom Bildhauer 
K. Ostrowski; - die Denksänle ,Spinnerin am Kreuz", in Holz geschnitzt von Lorenz 
Stegar, ehemals Zeichendiener in der k. k. Militär-Akademie zu Wiener-Neustadt, unter! 
Leitung des Herrn Hauptmanns Maehold, Lehrers an der Militär-Akademie; - ein 
Schreibkasten. angefertigt von F. Wenger, Eigenthnm des Herrn A. Samek. 
Am 23. J linner: Christus und die Ehebrecherin von Marco Marziale (1500), Oel- 
gemiilde. Privat-Eiganthum; - Modell zum Umbau des Olmiitzer Domes mit Beniitzung 
des Choruuterhaues. nach dem Entwurfs des Architekten J. Lippart ausgeführt von 
J. Hntternr; - zwei Cabinete von Ebenholz mit eingelegter Elfenbeinarbeit im Btyle 
des 17. Jahrhunderts. Privat-Eigeuthum; - "apanesische Gewänder und Stickereien, ein- 
geschickt von der ostasiatischen Expedition; - Holzimitationsu mit Proben von Farbe- 
msterialien nach dem Verfahren des Herrn Jean van der Mersch Mertons in Gent, 
Geschenk an das Museum durch Vermittlung des Herrn Curators Ritter v. Wertheim. 
Am 2". Jlinner: Ein Weihwasserkessel, Silber und Pakfong, nach den Entwürfen 
des Malers F. Wachsmann in Prag, ausgeführt vom Silberarbeiter J. Kaisberger 
daselhst. mit Tulaniello, gravirt von Hampeis; - Messgewand mit Stiekarbeit von Frl. 
J. Poche in Prag; - ein Plnvial mit Schliesse. gestickt von Frl. J. Schermaul, Mo- 
dellirnng der Madonna von Popp. Email von G. Pawlaxisky, Metallarbeit vom Hof- 
juwelier J. Grohmann. siimmtlich in Prag; - eine Suite von Photographien nach Ent- 
wiirfen von F. Wach srnann; - zwei Consolen, in Holz geschnitzt in der Art Brusto- 
lanäs; - Gobelins (darunter Compositionen nach Lafontuine) aus der Fabrik des Herrn 
W. Chocqueel. eingeschickt durch Herrn Hofrath Baron Schwarz-Seuborn. 
Am 3. Februar: Photographien nach Holbein und Sassoferato, aus der Galerie 
Brentauo-Birkenstock in Frankfurt; - Entwürfe zu Decoraüonen Fnirlimmerrliume 
vom Architekten N Hofmaun; - Entwürfe fiir Parkbrunnen und Aquarien von Prof. 
Wolanek; - Silberkashn, entworfen und ausgeführt vom Tischler Schalhas; - 
Holakäslchen mit eingelegtem Elfenbein und antike Bronzelampe, Eigenthum des Herrn 
A. Samassa in Lnibach; - Messgewand mit Gold- und iiguraler Stickerei aus der Fa- 
brik des Herrn Uffenheimer in Innsbruck. 
Am F. Februar: Eine Suite vnn Handzeichnungen von P. P. Rubens aus der 
Kunstsammlung Sr. k. Hoheit das Herrn Ersherzogs Albrecht; - das Wappen das 
Grafen Clam-Gallas, Hochstickerei von Fräul. Therese Davidek; - gestickte Decken, 
schwedische Haus- und Bauernarbeit, Eigenthum des Herrn v. Bnreustamm. 
(Besuch des Museums.) Im Monat Januar 1870 wurden die Sammlungen des 
Museums von 8140 Personen besucht. 
(llnlzilliilntluru) Auf der Weltausstellung von 1867 erregten die Holzimitationen 
des Herrn Jean Van der Marsch in Gent besondere Aufmerksamkeit durch die Treue, 
mit welcher sowohl die Farhentöne als die Textur der verschiedenen Hölzer wiedergegeben 
waren. Das Oesteneichischs Museum erhielt nauestens von Hen-n Van der Marsch eine 
von seinen Arbeiten, eine Füllung, zum Geschenk und dazu eine Darstellung seines Ver- 
fahrens nebst einer Anzahl der bei demselben zur Anwendung kummenden Stifte. Diese 
Stiße bestehen aus einer Mischung von Röthel, Frankfurter Schwarz und gelbem Ocker, 
deren Verhältniss zu einander davon abhängt, ob ein dunkleres oder lichteres etc. Holz 
dargestellt werden soll: für Ahorn oder Eschenholz muss der gelbe Ocker durch Neapel- 
gelb ersetzt werden. Die Farbstoffe werden durch etwas Leim gebunden, die dann ge- 
formten Stifte an einem warmen Orte getrocknet Hat man den Farbenstih von der er- 
forderlicben Nuance, so wird das zu bemalende Holz mit einer Composition aus Terpen- 
tinöl (l Litrel, Leinöl (y, Lizre), sehr wenig Trockenöl und ein wenig von der Farbe das 
zu imitirenden Holzes überzogen. Hierauf ädert man den Grund mittelst des Farbenstiftes, 
glättet die Zeichnung mit einem Abluzspinsel und lässt das Ganze trocknen. Wenn's 
nöthig, können nachträglich mit dem Pinsel und-der entsprechenden Oelfarbc Retouchen 
vorgenommen werden. Ist diese Arbeit vollendet, so lässt man sie wenigstens vierund- 
zwanzig Stunden stehen und erthsilt endlich dem Holze noch einen Farbsniibersug, dessen
	        

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