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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1869 / 53)

die aus ihm gebildeten Gesteine längere Zeit berührt. Dieser Einwirkung wider- 
steht auf die Dauer fast keine Silicat-Gesteinssrt. Enthält, wie gewöhnlich, der 
Thon Eisenoxyd, Kalk, Bittererde, Sandeinschlüsse u. s. w., so stammt er von 
zusammengesetzten Gesteinen, den Graniten, Basalten, Griinsteinen vielleicht. 
Häufig lässt sich aus diesen Nebenbestandtheilen auf das Urgesteiu zuriickschliessen, 
aus dem er entstanden ist, selbst wenn dieses sich nicht mehr in der Nähe eines 
Thonlagers befindet. Denn es ist anzunehmen, dass diese thonigen Zersetzungs- 
massen oft vom Orte ihrer Bildung weggeschwemmt und an tieferen Stellen in 
Mulden und Tbalern wieder abgelagert worden sind. 
Die Basalte und Dolerite geben meist plastischen Thon, Hypersthenfels und 
Gsbbro geben Walkerde. 
Den Ahschwemmungsprocess, die Bchliimmung des Thons, wobei mechanisch 
das feine Schllmmsel von den schweren gröberen Bestandthsilen getrennt wurde, 
verrathen die Schichten, die sich in Thonlagern meist so deutlich zeigen. 
Sehr oh linden sich Thone und Braunkohlen zusammen, und die Braun- 
kohlenlager, aus denen sich durch ihren Verwesungsprocess continuirlich Kohlen- 
säure entwickelt, sind dann ohne Zweifel das Bewirkende für die Thonbildung 
aus benachbarten Silicaten. 
Der Eisengehalt ertheilt den Thonen meist ihre verschiedenen Farben, die 
vom Gnucn bis ins Ockerfarbige gehen. 
Stark eisenoxydhaltiger Thon heisst Lehm. Er ist geschlämmter, mit Sand 
vermischter Thon. Der Sand ist jene quarsige Kieselsäure, die früher einen Ge- 
mengtheil der Gesteins bildete. Diese widersteht der Verwitterung am längsten, 
die einzelnen Qusrzkörner werden durch die Verwitterung der anderen Bestand- 
theile, des Feldspaths, Glimmers, des Augits u. s. w. blossgelsgt und vertheilen 
sich in der Vsrwitterungsmasse. Ist diese bis auf einen kleinen Rest von dem 
Lande weggeschwemmt worden und dieser dann dem Druck einer iiberlagerten 
Erdschichte ausgesetzt gewesen, so kann er durch diesen Rest zusammenkitten 
und einen Sandstein geben. 
Geriethen die weggeschwemmten Thonmassen in den kohlensauren Kalk und 
mischten sich, so lange dieser noch weich und schlammig war, mit ihm, so ent- 
standen die thonhaltigen kohlensauren Kalks, die so verbreitet sind. 
_ Ich habe die Kalkbildung in der letzten Stunde näher besprochen und her- 
vorgehoben, dass sie ein, von dem Augenblicke an sich nothwendig einstellender 
Process war, wo das Meer organische Bildungen pflanzlicher und thierischer Art 
su enthalten begann. 
Durch alle sogen. Formationen hindurch findet man solche Kalkablagerungen 
und beschreibt sie als Bergkalk, Muschelkalk, Kchlenkalk, Jura-, Lias-, Kreide-, 
Nummulithem, Cerithienkalk u. s. w. und der Vorgang ihrer Bildung} war durch 
alle Zeiten derselbe; ihre wechselnden Eigenschaften rühren nur von der wech- 
selnden Beschatfsnheit der kalkbaueuden Thiere. 
Von diesen reinen Meereskalken zu unterscheiden sind aber jene, die Ver- 
witterungs- und Zersetsungsprodncte kalkhaltiger Gesteine sind. Kalke, welche 
Einschlüsse enthalten, die im Meere nicht vorkommen können, Beirnischungen von 
Silicaten, Feldspsth, Quarz, Idokras n. s. w., dann besonders Thonsilicaten. 
Diese fremden Bestandtheile enthält das Meer tiir sich nicht, und sie können 
nur als Schlamm durch die Flüsse, die diese Zersstzungsmassen von Festlands- 
bildungen fortspiilen, in den Schlamm gekommen sein. 
Für manche Kalke sind sie besonders charakteristisch, so z. B. Sir die 
Jurakalks, die dadurch ihre besondere Farbe, ihr eigenthümliches Korn, ihre 
Schichtung in horizontaler Richtung erhalten.
	        

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