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Object: Alte und Moderne Kunst VII (1962 / Heft 60 und 61)

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Johann Jakob Zeiller (170871783) aus Reuttc, fruchtbarer und bedeutender Maler von Fresken und Altarbildern in Süddeutschland und 
Österreich, war der jüngste in der Gruppe dcr Tiroler Professoren der kaiserlichen Akademie in Wien. Ebenso wie für Paul Troger und 
für Michelangelo Unterberger waren auch für ihn lange Lehr- und Wanderiahre in Italien bestimmend für seine spätere Entwicklung. 
Wir kennen aus der italienischen Zcit dieser Tiroler Künstler fast keine Arbeiten. Um so wertvoller ist der Fund eines großformatigen Fresko- 
modellos (125 x 100 cm, Öl auf Leinwand) aus italienischem Privatbesitz in Umbrien, der eindeutig als Werk Zeillers aus seiner römischen 
Frühzeit nachzuweisen ist. 
Dargestellt ist die Glorie der Heiligen des Benediktinerordens, darüber die Dreifaltigkeit und die Madonna: ein Thema, das später Zeillers 
Schaffen krönt in den bedeutenden Schöpfungen seiner Reifezeit, dem gewaltigen Kuppelfresko von Ettal (1752, Modello im Germanischen 
Nationalmuseum in Nürnberg) l) und der llauptkuppel von Ottobeuren (1763) 2). Der Fund zeigt, wie die Bewältigung dieses Themas Zeillers 
ganzes Leben seit seiner Frühzeit durchzieht. Typisch für seinen Stil sind viele Details, vor allem in den Engelsgruppen, die fast Wörtlich 
in Llttal und ()ttobeuren wiederkehren. Ganz anders ist aber noch das Kolorit dieses Frühwerks: Es herrschen stumpfe Braun- und Gelbtöne 
vor, die (iesamtxivirkung ist ockerfarbig, nur von wenigen blauen Flecken unterbrochen. Von venezianischen Eindüssen ist noch nichts zu 
spüren. Der junge Zeiller steht hier ganz unter dem Eindruck des römischen Barock. Pietro da Cortonas vielbewundertes Barberinifrcsko 
in der Farbenskala italienischerMaioliken des 17. Jahrhunderts, die satten Farbtöne von Pozzos Fresko in S. lgnazio in Rom (1685) bilden 
die Voraussetzungen für das Kolorit dieses Modellos. ln der Komposition der Figurengrulvpen ist jedoch der EinHuß Sebastiano Concas 
(1676- 1764) 3) spürbar, dessen Fresko für Sta. Ceeilia in Rom 1725 während Zeillers römischem Aufenthalt (1724-1731) vollendet wurde. 
Das mehrfach vorkommende Kardinals- und Papstwappen zeigt im typisch italienischen Schild das Wappen der Corsinis (durch einen Bischofs- 
hut als innere Wappenzier bereichert). Lorcnzo Corsini war 1730 als Clemens Xll. zum Papst gewählt worden. 7 Zeiller war bis 1731 in 
Rom. W Damit ergibt sich als wahrscheinliche Entstehungszeit das Jahr 1730731. 
Der Modello ist somit Zeillers frühestes bekanntes Werk und ein interessantes Dokument für die Geschichte der süddeutsch-üsterreichisehen 
ßarockmalerei. 
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