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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1870 / 59)

Während des Schuljahres sind 9 Schüler, darunter ein Fräulein, in 
die Fachschulen aufgestiegen. . 
Die Schüler in den Fachschulen gehörten den verschiedensten 
Zweigen der Kunstindustrie an; vertreten waren: Thonwearenfabrication, 
Kunsttischlerei, Glasindustrie, Brcuze- und Ciseleurtechnik, Decorations- 
und Porcellanmalerei, Chromolithographie und Xylographie, decorative 
und ornsmentale Bildhauerei, Vergolden, Tapeziererkunst, Guss- und 
Schmiedeeisenarbeit, Weberei, Stickerei und Wappeumalerei. 
Von den theoretischen Fächern wurde die „Styllehre" (Docent 
(Architekt Huuser) im ersten Semester von 28, im 2. von 37 Schülern, 
die „Projections- und Schattenlehre und Perspective" (Dccent Teirich) 
im l. Semester von 37, im 2. Semester von 39 Schülern besucht. Mit 
beiden Vorträgen sind Zeichnenübungen in Verbindung. Die Vorlesungen 
des Sommersemesters über „Anatomie" (Docent Dr. Bandl) wurden von 32, 
die über „Farbenlehre" (Docent Prof. Ditscheiner) von 28 Schülern 
besucht. Letztere wurden in der Handelsakademie abgehalten. 
Als Lehrmittel wurden eine grosse Anzahl Originalgegenstände 
des Musems benützt; die eigenen Lehrmittel der Schule wurden durch 
Gypsabgüsse vermehrt, unter denen eine Suite von Gegenständen von 
der Gypsgiesserei der Akademie des Beaux Arts in Paris und Ahguss 
nach der Capelle Pellegrini in Verona. einen hervorragenden Platz ein- 
nehmen. 
Auftrage erhielt die Schule von mehreren Seiten: einen hervorra- 
genden Platz nehmen, nach den Aufträgen Sr. Majestät des Kaisers, 
einige Aufträge des Curators Herrn Nic. Dumba ein. 
Die Schüler der Abtheilung für Architektur und Plastik waren auch 
durch zwei Preise des n. ö. Gewerbevereines beschäftigt. 
Die Stipendien, welche sowohl vom h. Handelsministerium als von 
der Gesellschaft zur Beförderung der Kunstgewerbeschule verthellt wurden, 
erwiesen sich als nützlich in ganz eminentem Sinne. Es wurden dadurch 
Zöglinge aus den Kronländern in die Schule gezogen, die sich als beson- 
ders befähigt erwiesen, und die ohne der Unterstützung, d. h. diese Sti- 
pendien, nicht in der Lage gewesen wären, sich an dieser Schule gründ- 
lich auszubilden. 
Die Räumlichkeiten der Schule erwiesen sich als ungenügend; es 
musste die weitere Aufnahme von Schülern sistirt werden. Hoffentlich 
wird die Uebersiedlung der Schule in das neue Museumslocale in den 
nächsten Ostern anstandslos stattfinden. 
Das nächste Schuljahr beginnt am Montag den 3. Octcber. Die 
Aufnahme der Schüler findet im Locale der Kunstgewerbeschule vom 
28. September bis 3. October statt; während dieser Zeit wird auch, wie 
im verflossenen Jahre, die Jahressusstellung der Schülerarbeiten veran- 
staltet werden.
	        

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