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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1870 / 59)

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Die Stundeneintheilung für das Wintersemester 1870171 ist folgende: 
1. Fschschula fiir Architektur (Prof. Storch), täglich von 9-4 Uhr. 
2. Fschschuls für figurnles Zeichnen (Prof. Lnnfberger), täglich von 9-4 Uhr; 
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 5-7 Uhr Abends Zeichnen nach 
dem lebenden Modell. 
3. Fachschule für Thier-, Blumen- und Ornamentmnlerei (Prof. Sturm), täglich 
von 9M 4 Uhr. 
4. Fachschule Gir Bildhauerei (Prof. König), täglich von 9-4 Uhr; Dienstag, Mittwoch, 
_ Donnerstag und Freitag von 577 Uhr Abends Studium nsch dem lebenden Modell. 
5. Vorbereitnngsschnle (Prof. Rieser) täglich von 9-4 Uhr; von 5-7 Uhr Abends 
Zeichnen nach plastischen Gegenständen. 
G. Vorlesungen: 
a) Projectionslehre (Doc. Teirich), Dienstag und Freitag von 2-5 Uhr; 
b) Styllehre (Dr. Hnnser), Montag und Donnerstag von 2-5 Uhr; 
e) Farbenehemie (Dr. Prof. Ludwig), Montag und Samstag von 7-8 Uhr. 
Bücher-Revue. 
Beiträge für Kunst und Kunstgewerbe, in Copien nach guten alten Mustern von 
Engen Freiherrn v. Löffelholtz. l. Heft. Lith., Druck und Verlag der C. H. Beck- 
schen Buchhandlung in Nördlingen. 
So betitelt sich ein neues Werk, dessen erstes Heft uns vorliegt und das die im 
Ganzen nicht mehr ungewöhnliche Tendenz verfolgt, gute alte Vorbilder dem grossen Pu- 
blicum zugänglich zu machen. Das ist schön und lobenswerth und jeder Beitrag zu diesem 
Zwecke wird sicher willkommen geheissen werden; was man aber einer solchen Arbeit 
gegenüber, die ausschliesslich im Copiren und Compiliren besteht, mit allem Nachdrucke 
fordern muss, das ist das eingehendste Verständniss der Originale selbst und daraus 
resultirend die treue Wiedergabe aller jener charakteristischen Eigenthiimlichkeiten, 
die das copirte Object eben zu dem machen was es ist - ein in sich Vollendetes und 
nachahmungswerthes Werk. Fehlt aber Jemandem die Eigenschaft des richtigen Ver- 
ständnisses, so geriith er in die Gefahr, gerade das in der Copie wegzulassen, was dem 
Originale seinen Werth gibt, und was dabei herauskommt ist ungefähr das, was die vor- 
liegenden Blätter aufweisen. Schwach und dürftig in der Zeichnung und vollständig ver- 
fehlt in der Farbengebung sind beinahe slimmtliche Tafeln. Gleich die erste, {Teppich- 
muster aus dem 15. Jahrh.", zeigt eine überaus verunglückte Mischung von Eigelb und 
Grasgriin, der Nichts ferner steht, als der kräftige coloristische Sinn der genannten 
Epoche, - dann diese ledergepressten Buchdeckel in den verblassnsten griinen und rosa 
Tönen! wer hat je solche gesehen?! - Doch wir wollen uns nicht lauge bei der Analyse 
des Einzelnen aufhalten; betrachtet man nur das Titelblatt mit seinen violetten Anilin- 
farben, se weiss man schon, was für „Copien nach guten alten Mustern" man von dem 
zu erwarten hat, der ein solches Frentispice seinem Opus versetzt. 
Dletiunualre llslsonne du Mobiliar Francais de Pepnque Garlovingienue ä la Renais- 
sance par Viollet-le-Dnc. Paris. A. Morel. 
Seit dem Erscheinen des ersten Bandes im Jahre 1858 hatte die weitere Herausgabe 
dieses Werkes lange Zeit hindurch gesteckt. Inzwischen hat der Verfasser sein zehnblin- 
diges Dictionnaire de PArchitectm-e ti-aneaise beendet, und nun scheint das Dictionnaire 
du Mebilier rascher vorschreiten zu wollen. 
Auf den ersten Band, als seit Jahren in den Händen des Publicums befindlich, 
wollen wir erst wieder zurückkommen, wenn das ganze Werk fertig und das Verhältniss 
dieser Abtheilung zu dem Uebrigen völlig klar sein wird. Als Nova liegen uns jetzt je 
die zwei ersten Hefte des zweiten und dritten Bandes vor. Hat der erste Band unter der 
Glasse „Meubles" den stehenden und liegenden kirchlichen und weltlichen Hausrsth 
behandelt, so soll der zweite Band die „ Goldschmiedekunst ", der dritte Kleidung und 
Costiim, der vierte endlich Waden und kriegerisches Rüstzeug behandeln. Wenn man es 
als den eigentlichen Zweck des „Dictiennaire" ansieht, ein Handbuch zum Nachschlagen 
und raschen Orientiren über eine Materie sein zu sollen, so muss man gestehen, dass 
durch ein Zerreissen in "Abtheilnngen" die Brauchbarkeit eines solchen Buches nicht 
gerade gefördert wird, denn da die einzelnen Artikel innerhalb der einzelnen Blnde_ nach
	        

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