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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe V (1870 / 60)

Bücher-Revue. 
Prof. Dr. J. llilbner, Schadow und seine Schule. Bonn, bei M. Cohen, 1869. 
(s. x. was.) 
Diese kleine Schrift, eine Festrede, die Prof. Dr. J. Hühner bei Enthüllung des 
Schadow-Denlmiales am 24. Juni 1869 an der Kunstakademie in Düsseldorf gehalten hat, 
gibt eine sehr übersichtliche Darlegung der Wirksamkeit Wilhelm öchadows und der 
ersten Periode der Düsseldorfer Malerscliule. 
Max v. Pettenkofer, Ueber die Oclfarbe und Conservirung der Gemälde- 
Galarien durch das Regenerationsverfaliren. Braunschweig, F. Vieweg 
1870. B. (B. K. 2816.) 
Die vorliegende Schrift des berühmten Chemikers M. v. Pettenkofer in München 
über das von ihm entdeckte Regenerationsverfahren bei Restauration alter Gemälde zer- 
fällt in vier Abschnitte. In dem ersten wird das liegeneraticnsverxahren und dessen Be- 
gründung behnndelt und die wissenschaftlichen Gesientspuncte auseinandergesetzt, auf die 
es bei dem Regenerationsverfahren ankömmt. Die liectiire dieses Abschnitvcs setzt eine 
gewisse naturwissenschaftliche Vorbildung voraus und wird daher nur von jenen gewür- 
digt werden können, welche diese besitzen; denjenigen, denen eine solche Vorbildung 
fehlt, wird dieser Abschnitt grossentheils unverständlich bleiben. Der zweite Abschnitt 
behandelt die gegen das Regenerationsverfahren gemachten Einwürfe, der dritte, das Ver- 
hältniss des liegenerationsverlhhrens zur Geniiilcierestauration. Uass in diesen Uapiteln 
der von Herrn U. Förster veröffentlichte „Protest gegen das Petteukofefsche Regenera- 
tionsverfnbren" (München 1869) schlecht wegkömmt, versteht sich von selbst, gehort doch 
Herrn Förstefs Broschüre zu dem Uberliüchlichsten, was überhaupt in dieser btreitfrnge 
- die auch in Wien, insbesondere nach den in der Liechtensteidschen Galerie gewon- 
nenen Erfahrungen, aufgehört hat, eine Streitfrage zu sein - veröffentlicht wurde. Der 
vierte Abschnitt behandelt die Erwerbung des ltegeneratinsverlabrens  die (ieuiiilde- 
sanimlungen Baierns. Den Anhang dieser lesenswerthen Broschüre bilden der Schluss- 
bericht der k. buirischeri Commission zur Ueberwachung der Gemälde-Restauration über 
das Pettenkoleidsche Regenerationsverfnhren und der Abdruck eines Artikels von Friedr. 
Pecht: „Moderne Restaurationsniethoden und das Pettenkofersche Verfahren" (Augsb. 
Allg. Ztg. vom 17. und 18. März 1868). 
Dr. Alb. scheine, Capitalisnius und Socialismns, mit besonderer Rücksicht auf 
Geschiilts- und Vermögensforinen. Vorträge zur Versöhnung der Gegensätze von 
liohnarbeit und Cnpital. Tübingen, laauplfsche Buchh. (B. K. 2833.) 
Die fünf Vorträge, welche Professor Schiiffle in der Zeit vom 13. Jünner bis 
10. Februar d. J. über „die heutigen Gegensätze von Lohnarbeit und Capital" im Oesterr. 
Museum gehalten hat, bilden die Grundlage des vorliegenden wichtigen Werkes. Aber 
aus den fünf wirklich gehaltenen sind fiinlzehn geschriebene Vorträge geworden und in 
einem Bande von nahezu 50 Bogen wird nun des Verfassers Standpunct, welcher in jenen 
mündlichen Vorträgen nur angedeutet werden konnte, des umständlichen erörtert. Unsere 
Leser wissen, dass Prof. Schäffle weder den bestehenden Uapitalismns, d. h. die gesell- 
schaftliche Znsammenordnung der Individuen durch die speculative Uonciirrenz inn den 
höchsten Capitalprolit - noch den bestehenden Socialismus, d. h. die niebtspeculative 
Gesammtvsrsorgung durch die Macht der öffentlichen Gewalt und der humanen, religiösen, 
familiären Nächstenliebe grundsätzlich negirt, vielmehr nachzuweisen bemüht ist, dass 
beide Principien einander nicht ausschliessen, sondern im Gegentlieil das „freie Geschäft" 
und der ,freie productivs Staat", beide erfüllt vom Geiste der Freiheit und vom Geiste 
der Solidarität, den gesellschaftlichen Frieden zu begründen vermögen. 
Uh. J. Kllrner, Die Porcellaninalerei, ihre Technik und Anwendung für Dilettanten 
dargestellt. Berlin 1870. (B. K. 2762) 
, Unter den mannigfachen Vorzügen dieser kleinen Arbeit ist der Umstand, dass 
jede Regel, jede Anweisung auf eigene Erfahrung des Verfassers gegründet und kein 
Wort dsrinrnwhgesprochen ist, besonders hervorzuheben. lndeni mit sorglicber Berück- 
sichtigung auch die kleinsten Bedürfnisse des Anfängen bedacht erscheinen, bietet das 
Werkcben für die ersten Studien in diesem "Gebiete gleichfalls manches Instructivo.
	        

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