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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1871 / 71)

Es sind die des Porcellans und manchen Steinzeugs. Sie sind her- 
gestellt aus Quarz, Kaolin, Feldspath, Gyps und Kreide. 
2. Bleiglasuren. Entweder blos aus kieselsaurem Bleioxyd be- 
i stehend, oder Doppelsilicate von diesen mit Erdsilicaten, in welch' letz- 
terem Falle sie strengüüssiger und weniger angreitbar sind. 
Sie sind verwendet bei Fayence und Töpfergeschirr, und hergestellt 
us Blei glätte, auch wohl Mennige oder Bleiweiss (mit Zusätzen von 
Soda, Kochsalz, auch Borax) und Quarz. ' 
Ein Zusatz von Feldspath macht sie härter und dauerhafter. 
3. Salzglasujren, auch Lüster genannt. Ihrer Natur nach sehr 
dünne Uebemüge von Alkali oder Erdglasuren, die nicht als solche auf- 
getragen werden, sondern die man durch eine Umsetzung des Kochsalzes 
mit der glühenden Thonmnsse sich bilden lässt. 
Alle diese drei Arten von Glasuren sind ungefarht und durchsichtig. 
Sie werden farbig erhalten durch Metalloxyde, die darin aufgelöst werden, 
und weiss, undurchsichtig oder opak durch Zinnoxyd oder Autimonoxyd. 
In letzterem Falle heissen sie Emailglasuren. Ihre Grundlage 
ist aber immer eine leicht schmelzhare, Bleioxyd und Alkali enthaltende 
Glasur. Emailglasuren werden auf poröse Thonwaaren applicirt und zu- 
nächst nur darum; um ihre Grundfarbe zu verdecken. 
Soweit, finden wir; bestreitet die Keramik ihr Geschäft mit wenigen 
und sehr einfachen Mitteln, mit solchen zumal, davon die wichtigsten 
blosse Naturproducte sind und höchstens einer mechanischen Auslese oder 
Reinigung bedürfen. 
' Aus diesem Grunde ist die Kunst, den Thon zu verarbeiten, auch 
eine der ältesten, zu deren Ausbildung fast jedes Volk das Seinige ge- 
than hat. 
'Die frühesten Völker hatten wenigstens rohe Thongesehirre, und die 
Masse dieser Geschirre ist bei den uncivilisirten oli eben so gut wie bei 
den civilisirten, aber die letzteren vermögen ihnen durch die schöne Form 
schon zu einer Zeit einen liöhern iVerth zu geben, zu welcher man nur 
durch Brennen gefestete, nur poröse Waaren kannte. Für diese Art von 
Wauren war die Erfindung der Glasur, die sich aus der Kenntniss des 
Glases entwickelt hat, der allerbedeutungsvollste Fortschritt, allein wir 
wissen ihn nicht, mit dem Namen irgend eines bestimmten Eriinders in 
Verbindung zu bringen. 
-Die porösen Thonwaaren, selbst wenn sie glasirt sind, haben aber 
noch so viele Uebelstände, wenn sie nicht als biosse Scliaustücke, sondern 
zu einem andauernden Gebrauche bestimmt sind, dass der näehsteFort- 
schritt; der zu machen war, den Thonarbeitern bestimmt immer vor- 
schwebte. Es handelte sich darum, ein Material zu finden, das die Glätte
	        

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