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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1872 / 78)

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vdie Stadt der Erythräer und einige Magistrate derselben seien für ihr 
loyales Benehmen bei Schlichtung von Streitigkeiten, welche zwischen 
beiden Gemeinden bestanden hatten, durch goldene Kränze zu ehrenm 
Einen nicht minder wichtigen Zuwachs fand die Sammlung der 
Bronzen durch Figuren von vorzüglicher Schönheit, wie sie seit langer 
Zeit nicht mehr vorgekommen sind. Dahin gehört ein ausgeschnittenes 
Relief altgriechischen Styles (ein sich auf seine Beute stürzender Löwe), 
eine Arbeit voll Mark und Feuer; dann eine Juno-Büste, die Figur eines 
Lar (n Zoll hoch) von sorgsamer, eleganter Arbeit und tadelloser Erhal- 
tung, ein Widder (7 Zoll hoch), wahrscheinlich das Beiwerk einer Hermes- 
Statue, eine thronende Fortuna mit all ihren Attributen, ein springendes 
Pferd, mehrere Hermes-Figuren, ein etruskischer Schmuckhälter und eine 
edel stylisirte Löweniigur (Handhabe); endlich sei zweier Venus-Figuren 
provinzieller Arbeit gedacht, die im Burggraben bei Unterach am Attersee 
in Oberösterreich gefunden wurden. Aus der Pagode von Bankong stammt 
eine vergoldete Bronze altindischer Arbeit, sie stellt eine betende Frau 
vor. Unter den römischen Geräthen ragt eine bei Hörnstein gefundene 
Fibula durch die ausgezeichnete Schönheit der Arbeit und untadelhafte 
Erhaltung hervor; sie wurde von Sr. k. Hoheit dem Herrn Erzherzoge 
Leopold der Sammlung geschenkt. 
Die Münzsammlung machte vorzüglich für die Abtheilung der alt- 
griechischen Münzen sehr erfreuliche Erwerbungen. Die neu erworbenen 
Stücke zeigen zumeist noch unbekannte oder doch sehr seltene Typen 
von Metapontutn, Alopeconesus, Athen, Elis, Elaea, Aphrodisias, Balbura, 
Dalisandus, Baris, Conana, Siblia u. s. w. Eine Reihe von früher nicht 
vorhanden gewesenen Varietäten, darunter zwei Medaillons von Sardes 
und Aegae, so wie seltene nordafrikanische Münzen der Städte Lix, Semes, 
Dea, Beroea, Julis u. s. w. schenkte Herr Dr. Alexander Missong; 
eine noch unbekannte silberne Kaisermünze Herr Franz Trau. Auch 
die Suite der indobaktrischen Könige wurde um ein kostbares Goldstück 
von Kanerkes, jene der für die Provinz Asia von der römischen Republik 
geschlagenen Grosssilberstücke (Cistephoren) um eine Anzahl höchst sel- 
tener Exemplare -aus den Münzstätten von Pergamum, Ephesus, Tralles, 
Parium u. s. w. bereichert. -- In die Abtheilung der Münzen und Me- 
daillen des Mittelalters und der neueren Zeit, so wie in jene der orien- 
talischen Münzen kamen seltene Exemplare von Rhodisern und Kreui- 
fahrern, so wie eine Sammlung cursirender Münzen aller Metalle in 
neuem scharfem Gepräge (zog St.) von Peru, Chile, Montevideo, Buenos- 
Ayres, Hawaie, dann von China, Japan und Siam; sie ist eirrGeschenk 
des k. k. Linienschiffsarztes Dr. H. Wawra und stellt in systematischer 
und lehrreicher Weise die Münzfüsse der genannten Länder in allen 
Nominalen, mit Ausnahme der schweren Goldnominale, und meist in 
zwei Stücken dar. 
Die Gemmensammlung gewann zwei vorzügliche lntaglios, Bonus
	        

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