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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VII (1872 / 81)

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verschiedenen Zweige der lndustrien, bei welchen Frauen verwendet 
werden, zu einer Art von Enquete einberufen werden, damit ein mög- 
lichst klares Bild der Mitwirkung von Frauen auf dem Gebiete der In- 
dustrie gegeben wird. 
Da es sich bei dieser Ausstellung nicht darum handelt, die Industrie 
als solche darzustellen, sondern da nur die Arbeit der Mitwirkung der 
Frauen zur Anschauung gebracht werden soll, so genügt es, dass von 
jeder einzelnen Fabriksart oder von einzelnen hervorragenden Fabriken 
gewissermassen nur die Proben von dem, was Frauen in denselben leisten, 
zur Ausstellung gebracht werden. 
Es wird aus diesem Anlasse eine Art von Statistik über dasjenige 
aufgenommen, was geeignet ist, die Anzahl, den Bildungszustand und die 
Entlohnung der Arbeiterinnen klar zu machen. Diese statistische Arbeit 
ist der literarische Commentar der Ausstellung der Proben von Frauen- 
arbeiten in dieser Abtheilung. 
Die Ausstellung der künstlerischen und kunstgewerb- 
lichen weiblichen Arbeiten umfasst alle Gebiete der zeichnenden 
und plastischen Künste und der mit diesen verwandten Kunstgewerbe im 
weitesten Sinne des Wortes, ohne Rücksicht darauf, ob die Arbeiten 
fachmännisch oder aus Liebhaberei gemacht werden. 
Das Gebiet der zeichnenden Künste umfasst folgende Zweige: Oel- 
malerei, Pastell- und Aquarellmalerei, Miniaturmalerei, Porcellanmalerei 
u. s. f.; jedwede Art von Zeichnung, gleichgiltig, in welcher Technik sie 
gemacht wird, und jede Art der reproducirenden Künste. 
Das Gebiet der plastischen Künste umfasst die gesamrnte Plastik, 
gleichgiltig, welche Technik geübt wird. Bei dieser Abtheilung ist eine 
Jury nöthig, die mit einem gewissen Tacte _das ausscheidet, was nicht 
ausstellungswürdig ist. 
in die Abtheilung der literarischen Productionen der Frauen 
gehört die Ausstellung der Frauenliteratur, soweit sie durch den Druck 
fertig vorliegt. 
Selbstverständlich ist, wie bei sämrntlichen Abtheilungen, nur das 
aufzunehmen, was seit der letzten Weltausstellung (1867) pro- 
ducirt wurde. 
Durch diese Abtheilung kömmt eine Art von nFrauenbibliotheku 
zur Ausstellung, welche Alles enthält, was in der genannten Periode von 
Frauen publicirt wurde, gleichgiltig, auf welchem Gebiete der Lite- 
ratur es sei. 
Diese Ausstellung von Frauen-Literatur und Bibliothek ist, wie jede 
andere Bibliothek, nach bibliographischen Gesichtspunkten zu ordnen. 
Die Jury hat keine Art von ästhetischer oder wissenschaftlicher 
Kritik zu üben, sondern nur Dasjenige auszuscheiden, was nach den üb- 
lichen Begriffen als nicht zur Literatur gehörig betrachtet wird. 
Zur Durchführung dieser Ausstellung hat sich in der Unterrichts-
	        

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