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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1873 / 88)

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Das dritte Stockwerk enthält 9140 Nummern. Danmter 33 Ganzrüstungen (auch 
mit Eisenschuhen, 3 Theile), 782 Helme (Pikelhnuben, Burgunder), 34.1 Bmstharnieche, 
43 Panzerhemden, 48 Elsenhandschuhe, 29 Schilde, 2 Rossstimen, X85 Hellebarden und 
Partisanen, 24 Cousen, 71 Piken, 48 Morgensterne, 39 Schweinsfedern, 2 Streitlxte und 
Kolben, 1 Armbrust, 10 Streithärnmer, 62 Fussangeln, 91 Lanzenspiwen, 89 Schwerter 
und Degen (6 Zweihänder), 1322 Säbel, 80 Bajonnete, 1874. Schiessgewehre (darunter 
nur mehr v. mit Luntenschloss), 1721 Pistolen, 997 Pulverhbrner, 10 Radschlossspanner, 
1 Trommel, 21 Kriegspfeifen und Futteral, 2 Fahnen, 123 Gewehrgabeln. Dieses Stock- 
werk ist noch das der späten Schiessgewehre und Pistolen, aber auch vornehmlich das 
der Säbel. 
Das vierte Stockwerk zählt 6978 Nummern. Die Schiessgewehre fehlen nahezu 
anzlich; die alten Doppelhaken haben schon im zweiten Stockwerk geschlossen. Hier 
nden sich noch 35 Ganzrüstungen, 370 Helme, 326 Brustharnische, 101 Panzerhemden, 
60 Eisenhandschuhe, 32 Schilde, 7 Rossstirnen, 2437 Hellebarden und Partisanen, 17 
Cousen, 1722 Piken (1 Roussard), go Morgensterne, 1 Turnierstange, 7 Schweinsspiesse 
(1 mit geätztem Wappen), 1 Streithammer, 24 Sturmnägel, 27 Lanzenspitzen, 2 spanische 
Reiter (rückwärts), 479 Schwerter und Degen (54 Zwcihünder). 455 Sabel, 191 Bajonnete, 
nur 12 Schiessgewehre, 18 Pistolen, 19 Pulverhörner, 5 Trommeln, 4 Fahnen (darunter 2 
steirische), 3 Zelte, 10 Feldkessel, 3 Gewehrgabeln. Das ist das Stockwerk der Helle- 
barden und Partisanen und Piken, also der StichwaiTen par excellence, dann der Schwerter 
und Degen. 
Wenn ein Landes-Zeughaus von der vollen Anschaulichkeit und von der Fülle der 
Gerithe, wie das der steierischen Landschaft, zur Auflösung bestimmt wird, so kann die 
Kunde davon in Kreisen, welche für Kunst und Alterthum lebhafte Neigung und zugleich 
erfahrungsreiches Verstandniss besitzen, nicht anders als aufregend wirken; aufregend für 
den Freund und Kenner, der vielleicht zu verlieren fürchtet, und desgleichen für den 
Sammler und Speculanten, der die eigenartigsten Raritäten zu erwerben helft. lrren wir 
nicht, so ist dielTheilnahrne hüben und drüben schon in höchster Spannung, und die 
Zeit gekommen, Niemand im Unklaren zu lassen über Bedeutung, Werth und lnhalt des 
Grazer Landschnftl. Zeughsuses. Prof. Dr. F. Pichler. 
lieber den Gesichtsausdruck in der antiken Kaut. 
V o r t r a g , 
gehalten am 7. November i872 von Herrn Professor AI. Conze. 
Aufgestellt waren drei Gypsabgllsse: Apollo von Tenea; Kasseler Ephebenkopf; 
sog. sterbender Alexander in den Uffizi. 
Ankntipfend an einen Vortrag des vergangenen Jahres, welcher einem Museum von 
Gypsabgüssen in Wien das Wort geredet hatte, gab ich mich der Hoifnung hin, dass ein 
solches nun wirklich gesichert sei und führte im Geiste durch die historisch geordnete 
Sammlung, verweilend besonders in drei Sälen, dem althcllenischen, dem attischen, dem 
hellenistischen, um einmal auf den in ihnen durchgehenden Gesichtsausdruck zu achten. 
Denn es schien der Mühe werth, einmal bestimmt zu zeigen, wie die Antike zwar mehr 
durch die Gestalt als das Gesicht spricht, doch aber weit entfernt von Leere in den Ge- 
sichtern ist, wie sie vielmehr in der Vorliebe für bestimmte Ausdrucksformen des Gesichts 
sehr entschieden ein Stück des Wesens der Zeiten, die sie durchläuft, erkennen lasst. 
Wir fanden nun in jenen drei Hauptsülen eines historisch geordneten Museums der Gyps- 
abgnsse dreierlei vorherrschenden Gesichtsausdruck, dreierlei, den uns die beim Vortrage 
zur Ausstellung gebrachten Abgüsse repräsentiren sollten: im althellenischen Saale das 
Lächeln des Teneatischen Apollon, dessen lustig herausquellende, obenein ursprünglich 
sicher bemalte Augen, spitze Nase, keckes Geradeaussehen; im attischen Saale starke Um- 
"bildung der Form des Gesichts und zu den gemässigt im Ausdrucke gehaltenen Zügen 
den ersten Beginn eines wehrntithigen Anßuges um den Mund, dessen Oberlippe nach 
einer Seite etwas gehoben diesen Ausdruck gibt; im hellenistischen Saale Vorliebe für 
starke Erregungen, gern schräg himmelwärts gewandte Köpfe; nichts Meisterhafteres in. 
dieser Art erhalten als jener sog. sterbende Alexander, dahin gehörig die Niobe, dahin 
g endlich als ein Letztes, Aeusserstes, der Laokoon. Wie Alles hier umgewandelt 
ist gegen jene althellenischen Werke, so liegen namentlich die Augen, die dort froschartig 
herausquollen, tief eingesenkt unter den Brauen und gegen den Nasenknochen, nicht mehr 
bemalt, aber in der Form malerisch auf Schattenwirliung behandelt. Zu den Gegensätzen 
alt- und junghellenischer Zeit wurde auch als etwas sehr Wichtiges das Herrschen der 
Protilansichten in den Bildwerken und dagegen in späterer Zeit vielmehr entschiedene 
Vorliebe für die Vorderansicht gerechnet.
	        

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