MAK

Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1886 / 3)

Professor Hans Makarfs Werke in Heliogravure. Verlag von V. Angerer 
in Wien, i885. gr. Fol. Heft i. M. 2'5o. 
ln etwa 8o Blättern wird diese Sammlung die bedeutendsten Gemälde des berühmten 
Meisters, darunter eine Anzahl noch nicht veröffentlichter Werke, wie den Nibelungen- 
Cyclus und die zur Ausschmückung des k. k. kunsthistorischen Hofmuseurns bestimmten 
Lunetten, umfassen. Das erste Heft bringt einen Studienkopf aus dem Anfange der 70er 
Jahre und iDie Perlen, ein wenig bekanntes Stimmungsbild aus späterer Zeit. Der 
erläuternde Text zu den Bildern, sowie die anziehend geschriebene Vorrede, welche der 
Individualität Makarfs nach allen Seiten gerecht wird, stammt aus der bewahrten Feder 
E. Ranzoni's. F-s. 
it- 
Les gres wallons.... icnproprement nommes gres flamands. Pi" D- A- 
Van Bastelaer. Mons, Manceaux, i885. gr. 8". 4.79 S. u. XIX Tafeln 
nebst Erläuterungen. 
Den Schriftstellern, welche das ehemals gres flamands genannte Steinzeug aus- 
schließlich für die rheinischen Fabriken in Anspruch nehmen, tritt der Verf. mit dem 
Nachweis entgegen, dass allerdings in Belgien, wenn auch nicht in Flandern, Jahrhunderte 
lang die Fabrication von Steinzeug florirt hat, welches die größte Verwandtschaft mit 
den Erzeugnissen von Raeren, Frechen, Grenzhausen etc. zeigt. Richtig bemerkt er, dass 
lange Zeit die Bezeichnungen fiandrisch, flandrische Provinzen, tlandrische Kunst auf alles 
Belgische angewandt worden sind und daher gres damands nichts anderes bedeutet habe, 
als belgisches Steinzeug. Dessen Heimat aber ist in der Provinz Hennegau und zwanin 
den Ortschaften Bouffioulx und Cbatelet entdeckt worden. Von hervorragender Wichtig- 
keit hierfür war der Abbruch eines alten Brennofens zu Bouffioulx, wobei die Ueberreste 
und Scherben von fünf verschiedenen, bis über das sechzehnte Jahrhundert zurückreichen- 
den Anlagen bloßgelegt wurden: braune Gefäße von der einfachsten Art (Boden und 
Ränder noch mit den Fingern geebnet), dann Bruchstücke mit Wappen, Medaillons, 
Bauerntänzen u. dgL, viele aus dem sechzehnten Jahrhundert datirt, auch solche mit der 
Fahriksmarke des Jean Bertrand von 1584. welcher spater Vorstand der lnnung der Tapfer 
von Bouffioulx, Chatelet und Pont-de-Loup war; ferner Scherben aus dem siebzehnten 
und achtzehnten und endlich wieder unverzierte aus dem neunzehnten Jahrhundert. Alle 
diese Stücke zeigten nur das braune (oder durch Ueberhitzung dunkelbraune) Geschirr 
ohne Ernail. Charakteristisch für die Localität sind besonders große und dickwandige 
Gefäße, weite Krüge, Fassehen u. a. m., wie sie aus dem feineren Thone der rheinischen 
und limburgischen Fabriken nicht hergestellt werden konnten. ln den Wappen sind viele 
von einheimischen Familien erkannt worden. Vom Ende des sechzehnten Jahrhunderts 
an wurde auch graues Steinzeug mit blauem oder violettem Emaildecor hergestellt, ent- 
sprechend der Waare vom Westerwald. Die größte Sammlung solcher wallonischer Gefaße 
befindet sich im Museum zu Charleroi, andere im Stadthause zu Gent, zu Brügge im 
archäologischen Museum und im Johannesspital; die Minard'sche Sammlung in Gent ist 
durch Versteigerung zerstreut worden. 
Das Werk des Herrn Van Bastelaer ist zum guten Theil polemischen Inhaltes, da 
es ihm zunächst darauf ankam, die Existenz der wallonischen Steinzeugindustrie sicher- 
zustellen und namentlich nachzuweisen, dass diese gerade um die Zeit des Aufhörens der 
Production in Raeren (Anfang des siebzehnten Jahrhunderts) erstarkt ist Es enthält 
außerdem documentarische Nachrichten aber die Fabrikantengeschlechter, die Zunfttrer- 
fassung, den Export u. s. w. und auf 19 Tafeln 500 Abbildungen, welche neuerdings 
veranschaulichen, wie nicht nur das Ornament im Allgemeinen, sondern auch bestimmte 
Muster und Stempel von Fabrik zu Fabrik und von Land zu Land gewandert sind. B. 
i 
Zur Kenntniss und Würdigung der mittelalterlichen Altäre Deutschlands. 
Ein Beitrag zur Geschichte der vaterländischen Kunst von E. F. A. 
M ün zenberger, Stadtpfarrer. Frankfurt a. M., Fössefs Nachfolger, 
i885. Fol. 
Von dieser Monographie über die Entstehung und Entwickelung des mittelalter- 
lichen Altarbaues liegt die erste Lieferung vor, die für das Gelingen des ganzen Werkes 
das Beste erwarten lasst. Es ist dem Verf. gelungen, an aooo mittelalterliche Altäre im 
Bereiche des ehemaligen römischen Reiches deutscher Nation als erhalten zu constatiren: 
auf Grund dieses umfassenden Materiales bietet er uns eine - soweit man es heute 
schon beurtheilen kann - vortreffliche Geschichte des Altares von den altchristlichen 
Zeiten bis zur Renaissance. Doch ist das Werk nicht ausschließlich als historische Studie
	        

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