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Volltext: Alte und Moderne Kunst I (1956 / Heft 3)

MODERNE 
WOHNKULTUR 
AUS DEN 
ÖSTERREICHISCHEN 
WERKSTÄTTEN 
Von AH(IHl'l'l1Ilx'l' HELMUT UTEPRA 
Wir bauen heute viel kleinere Wohnungen als 
früher. Nicht nur die Raumhöhen sind auf ein 
Minimum reduziert, sondern auch die Maße 
der Grundfläche sind durch weitestgehende 
Rationalisierung so verkleinert worden, daß 
man, vor allem, wenn schon vorhandene 
Möbelstücke benützt werden müssen, sich 
schwierigen Problemen gegenübersieht. Die- 
sem Minimum an Wohnfläche steht das Ver- 
langen des heutigen Menschen nach maxi- 
malem Wohnkomfort gegenüber. 
Wenn sich nun der Innenarchitekt die Auf- 
gabe zu stellen hat, daß unsere moderne 
Wohnung nicht nur allen praktischen und 
technischen Erfordernissen entspricht, son- 
dern auch ein wirklich bequemes Wohnen er- 
möglicht - Wohnen, bei dem man auch auf 
kleinstem Raum, umgeben von all den not- 
wendigen Möbclstücken, sich nicht bedrückt 
fühlt -, dann muß das Resultat dieser Auf- 
gabe neue Lösungen bringen. 
Die aufgezeigten neuen Probleme und Auf- 
gaben sind der eigentliche Ursprung unseres 
modernen Zeitstils, der nicht willkürlich oder 
zufällig entsteht, sondern der eben gerade so 
wächst, weil der Keim so liegt. Dabei sind die 
Probleme nicht neu - ein alter Ratschlag 
chinesischen Ursprungs hat diese Aufgabe des 
Einrichtcns einer Wohnung schon treffend 
umrissen: „So wenig als möglich und soviel 
als notwendig." Aber die Probleme sind heute 
konzentrierter, und allein dieser scheinbar 
kleine Unterschied formt neue Lösungen. 
Es ist zweckmäßig, unsere Möbelstücke in 
drei Gruppen zu teilen: 
Die Bchiiltcrmöbel 
(Schränke, Kästchen und Regale). 
Die Stehmöhel 
(Fauteuils, Stühle, Tische). 
Liegemöbel 
(Betten, Couchcs . . .). 
Die Bchältcrmöhel sollen so rationell und 
großzügig als möglich untergebracht werden. 
Es ergibt sich, daß diese Möbel nicht mehr als 
„I'reistehcnde" Möbel (wie z. B. dreitürigc 
Kleiderschränke oder Cherniscttckästen, (je- 
schirrschränkc und Anrichten als dominie- 
rende Möbelstücke) gebaut werden können, 
sondern dall diese Behältermobel zu Wand- 
e l e m e n t e n werden. Einbauschränke odct 
Schrankkabincn lösen das freistehende 
Schrankmöbel ab. Kästchen sind in ihren Pro- 
portionen so zu bauen, dall sie als Wand-
	        

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