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Volltext: Alte und Moderne Kunst I (1956 / Heft 3)

uß ist kontrastierend vor einen hellen und sommerlichen 
dschaltshintergrund gestellt und die lichte Atmosphäre des 
raumes verleiht den Blumen und Blüten etwas von der atmen- 
und sonnigen Intensität der sie umgebenden Natur. Manch- 
mischt Nigg Früchte unter die Blumen. Und dann vermcint 
i das Pelzige eines Plirsiches, das Wässcrige der Trauben, 
r den optischen Wahrnehmungsprozeß hinaus, als Geschmack 
bei den Blüten als Duft zu empfinden. 
zf Niggs Kompositionen sind immer großzügig angelegt und 
noch bis in das minuziöseste Detail mit der größten Exaktheit 
ehgcführt. Sie sind Stillcben voll von dem zarten Weben und 
Leben einer in Farben und Formen verzauberten Natur, der der 
Porzellangrund immerwährcnden Glanz verleiht. 
In mehr als 25 jahren hat Josef Nigg viele Blumenmaler heran- 
gezogen, unterwiesen und beaufsichtigt. Kaum einer aus der 
Sehülerschar aher hat ihn im Letzten erreicht. Was Goethe in 
seiner „Ästhetischen Pflanzen-Ansieht" (1828) als die Kenn- 
zeichen der alten holländischen Meister und der zeitgenössischen 
Künstler angibt, das „Schöne und Ausgezeichnete" sowie das 
„Wahre und Merkwürdige" hat der Wiener Blumenmaler Josef 
Nigg in seinen Schöpfungen auf das glücklichste zur echten 
künstlerischen Aussage vereinigt. 
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