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Volltext: Alte und Moderne Kunst I (1956 / Heft 4)

Anton Grassi, Modcllrneistcr der k. k. Porzellanfabrik in Wien 
Von WILHELM MRAZEK 
In den jahren 1709110 hatten sich in dem alchimistischen Labo- 
ratorium des johann Friedrich Böltger (1682-1719) auf der 
Venusbastei in Dresden entscheidende Ereignisse vollzogen. Nach 
langem Experimentieren war es dem entlaufenen Apothekerlehr- 
ling gelungen, die Zusammensetzung jener Ausgangsmaterialicn 
zu finden, die, anfangs erdig und unscheinbar, im Endstadium 
eine einheitliche, glänzend-durchscheinende und fast marrnor- 
harte Substanz ergaben. Dieses ncue Produkt, von Böttger als 
„der gute weiße Porcellain" bezeichnet, war an „Schönheit und 
Tugend" dem indianischen Porzellan des femen Ostens völlig 
ebenbürtig. Es ließ sich nicht nur vom Töpfer zu Gefäßen und 
Geräten formen, sondern lieferte auch dem bildenden Künstler 
ein geeignetes Material, um seine plastischen Gestaltungen zu 
verwirklichen. Die bildsame Porzellanmasse ließ sich zu kleinen 
und größeren Statuetten und Gruppen formen, deren Oberfläche 
auch noch durch Farben glänzend-bunt gesteigert werden konnte. 
Für den barocken Plastiker ließen sich dadurch alle Anforderun- 
gen, die eine ausschließlich der Repräsentation dienende Kunst 
Abb. 1 Bxskuilmcäalllon in Rokokournrahmuug mlO dom Purlrll Kalsar Jouphx II Slgnlnrl Grzxsl, Wlan um 1778 
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