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Volltext: Alte und Moderne Kunst II (1957 / Heft 2)

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Die größte Überraschung der polnischen Plalinlxxusstcllnng in Wien waren die liilmplaknte. deren Gestalter vdllig andere Wvgc gehen als ihre öster- 
VClVClIlSClIEII Kollegen. 
Lenica. - Rechts: ,.l-'lucht nach Frankreich." Plakat zu einem 
  
   
Ohm links: .,Rio Esc iLLw." P1 zu einem muxikalnißchen Film. I . vun 
italienischen Film, l '. vun W _ "h Zmnccznxk. Unten: ,.l'):r Revisor} Plakat zu dem nach (jogol gedrehten sowjclisclucn Film, 1953, von 
l lcnryk Tomaszewski. 
gezeigt wird. War im polnischen Plakat die hundertjährige gei- 
stige Allianz mit Frankreich merklich sichtbar, strahlt dagegen 
die vom finnischen Verband„Mainospraafikat" ins österreichische 
Museum für angewandte Kunst gebrachte Plakat-Kollektion bür- 
gerliche Ruhe und Solidität des Nordens aus. Unvcrdientermaßen 
ist das finnische Plakat - die sprachliche Vereinsamung des 
Finnischen in der europäischen Völkerlamilie wirkt sich negativ 
aus - bei uns wenig bekannt. Freundlicher Humor und _Viel- 
falt dezent ausgesprochener Werbeideen ist lür die finnische 
Gebrauchsgraphik charakteristisch. Die Kollektion im Stuben- 
ringmuseum ist nur als Teil einer größeren Ausstellung zusam- 
mengestellt worden, denn die Plakate, Zigarettenpackungen, 
Buchumsehläge und Einpackpapiere der Finnen werden in diesem 
Frühjahr zur gemeinnordischen Ausstellung nach Oslo gebracht 
werden. Anregende Formulierungen und gebrauchsgraphische 
Bonmots haben gefunden: Tait N. Fredriksson in dem amüsanten 
Plakat mit dem zweigeteilten Pinsel, P. O. Nyström (Plakat für 
Weichfaserplatten in Variation einer Steinberg-Idcc). Osmo Walli 
brilliert mit dem sehr hübschen volkstümlichen Einpackpapier 
(Rentier und Nordlicht als Muster ohne Ende). Martti Mykkäncn 
mit seiner graphischen Idee „Cafe-Coop", Holgar Erkelenz mit 
einer originellen Werbung für die Textilmesse, Heikki Ahfialas 
„Straße" geben andere Beispiele für gute Gehrauchsgraphik auf 
schon abgesteckten und gepflegten Wegen. In Erik Bruuns Bild 
vom Mann, der sich ein Haus baut und selbst zur Faserplattc, 
wird, wie auch in dem originellen Plakat des Fisches als Sar- 
dincnschachtel kommen im modernen Gewande arcimboldeske 
Ideenfluehten auf glückliche Weise zur graphischen Neugestal- 
tung. a. n. 
 
 
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