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Volltext: Alte und Moderne Kunst II (1957 / Heft 3)

Das Schlnfzinzlner. llier herrschen 
grüne und braune Farbtöne vor. Die 
Sitzmöb-el sind grün-weiß bezogen; auch 
die Wand und große Teile des vier- 
türigen Garderobesrhranks, der die 
Schmalseite des Zimmers einnimmt, sind 
hellgrün gestrichen. Bei den Bildern und 
Möbeln überwiegt die braune Farbe. M- 
Das Gemälde über dem Schlafdiwan 
zeigt die Pferde aus dem (icstiit des 
Grafen Eltz auf der Weide bei Rumn 
in Slawonien und ist das Werk des be- 
kannten Pferde? und Lnndschaftsmalcrs 
Jahnnn E. Gottlieb Prestel ÜIBO-l m85). 
Dieser an der Münchner Akademie nus- 
gebildete Künstler hntte sich zu Beginn 
der Fünfziger Jahre in Wien nieder- 
gelassen und führt: hier, sowie in Un- 
garn zahlreiche Aufträge für den llnf 
und Adel aus. Von ihm stammt unter 
anderem auch dnS ,.Siindor-Album" ä 
eine Sammlung vun ISO Darstellungen 
reiterlieher Brnvourstüeke des G fen 
Nloritz Siindor, des Vaters der Fuistin 
Pauline Metternich - -, das sich bei allen 
Freunden des Reitsports großer Beliebt- 
heit erfreute. e? Gleichfalls von  E. 
G. Prestel sind die beiden kleineren Bilr 
der von Jagdhunden. W Die sehr schönen 
BronzerAppliquen aus der zweiten Hälfte 
des 18. Jh. unterstreichen die in den 
Bildern behandelten Themen. Sie he- 
stehen uus je zwei Jagdhörn-ern, die 
durch eine Schleife zusammengehalten 
werden. Auf den kleinen Sehubladkäst- 
cheninknnvcntionellcr Bnrnckstilisicrung 
stehen gute Bnonzelcuchter des Wiener 
Biedermeier. - Der Glasplatte auf dem 
Tisch ist ein Stoff unterlegt, dessen ori- 
ginelles Muster im Bilderbuchstil zwar 
zur übrigen Einrichtung humorvoll kun- 
trastiert, sich aber farblich gut einfügt. 
 
i'm gahrcnnßßääiönlq 
nrnnnii MKHÄÄUWVV" ' 
 
Das Castzizzzmer. 77 lis ist ganz auf 
Rot und Blau nhg limmt. Die XVnnd 
ist hellblau gehalten, der Vorhang rot- 
weiß und die Farbe der Möbel und Rah- 
men teils blnizigoni, teils rotbraun gcr 
beizt. _ Die in die Wand eingelassene 
Spiegelvitrin: für die formsciönen (llär 
scr - Barock, Bicdermcierzeit und (ic- 
genwart v- stellt sowohl hinsichtlich 
der Plzitzwahl. als auch wegen der hör 
nen NVirkung eine ausgezeichnete Lö mg 
dar. Die Gläser können von oben be- 
leuchtet werden, wodurch (irnvicntng 
und Schliff zu guter Wirkung kommen 
und die Aufmerksamkeit des Besuchers 
sogleich auf diese dekorative Kollektion 
gelenkt wird. H Sehr reizvoll sind die 
beiden josephinischen Stühle und die nus 
der gleichen Zeit stammende Kommode 
{Ende 1B,  Der ßiediermeierrSeltretär 
in der Ecke stellt eine amüsant: Kum- 
bination der damals [iblicfien Form des 
Schreihschranks und tlicr eines Zylind 
hureaux mit gewölbtem, nach innen verr 
schiebbarem Deckel dm", Darauf eine 
Nymphenburger Porzellanrlltiste der Bie- 
dcrmeierzeit. 7 Auf der Kummutle 
eine Pnrtrfitbüste des . tsknnzlcrs 
Fürsten hlettcrnich, aus der W iener Ma- 
nufaktur; daneben zwei ustu Eitisrhc 
Porzellangcfäfle des lll. _]h. Die Pistolen 
sind italienischen l, sprungs und l 
rino, bzw. die Schlösser Bart In A}; . 
bezeichnet. 7 Der hnupt ilich in 
dunklem Rot und Blau genxiltcn Teppich 
vervollständigt die wohldurchdaelztc und 
gepflegte Ausstattung dieses läuumes. 
 
 
 
 
  
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