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Volltext: Alte und Moderne Kunst II (1957 / Heft 4 und 5)

 
Ein Vogelkäfig als Lampe montiert. 
Nichts einfacher als das! Vorzimmcr- 
Beleuchtung in der Mansarde vor den 
Gnslzimmern. 
MUT ZUR PHANTASIE: ORIGINELL 
EINE DAME GESTALTET IHRE WOHNUNG 
Diesmal hat „Alte und moderne Kunst" für ihre Leser die Woh- 
nung einer Dame besucht, deren Haus an den Rebenhängen von 
(Jrinzing steht. Heute geht es uns jedoch weniger darum, die 
Wohnräume in ihrer Gesamtheit zu zeigen und näher auf deren 
Einrichtung einzugehen, die, als Ergebnis jahrelanger Sammler- 
tätigkeit, zum Teil aus höchst qualitätvollen Kunstwerken he- 
steht. Davon soll ein' anderes Mal die Rede sein. Was uns bei 
diesem ersten Besuch besonders aufgefallen ist und worin der 
große Reiz der Wohnung liegt, das ist die Art, womit auch De- 
tails Beaehtung finden, die sonst allzu leicht nebensächlich be- 
handelt und übergangen werden. Man bedenke die Fülle von 
Produkten einer konventionellen Einrichtungsindustrie, der man 
sonst in den Wohnungen begegnet. Hier aber ist jedes Ding 
wohlüberlegt und einfallsreich ausgesucht. Das Ergebnis dessen 
Speirezimmer. - Hier soll nicht der künst- 
lerische Wert der einzelnen Objekte behandelt 
werden. Da müßte in erster Linie auf das zau- 
berhafte Bild ,.La Balangoire" von Watteau 
hingewiesen werden. Wir wenden unser Augen- 
merk vielmehr auf einige Einrichtungsstücke, 
die der eigenwilligen Ausgestaltung dieses 
Raumes Individualität verleihen. Man beachte. 
wie hier der Paravent, der für gewöhnlich als 
bloßes Zweekmöhel zur Verdeckung der Türe 
in die Nebenräume dient, zum Anlall für eine 
entzückende Dekorationsmalerei genommen 
wurde. Auf grauem Grund sind Kiilige mit 
bunten Vögeln und ein Blumentopf mit Efeu- 
ranken in illusionistischer Manier gemalt. Die 
Appliquen und der Luster sind aus dünnem 
Metall und entsprechend der olivgrünen Farbe 
der Möbel und des Teppichs naturalistisch 
dunkelgrün bemalt und mit weißen Porzellan- 
blumen verziert. Obwohl modern, bilden hier 
Formen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrh. 
das Vorbild. 
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