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Volltext: Alte und Moderne Kunst II (1957 / Heft 4 und 5)

den Weg konsequenter Erschließung ihrer Sammlungen weiter- 
ging. Die Durchführung snleh einer Unternehmung ist wahrlich 
nicht leicht. Sie gehört zum Entsagungsxtollsten einer Gelehrten- 
tiiligkeit: das Hintanstellen aller lx-rsönlichen Interessen, die 
gleichmäßige Registrierung des reichst vorhandenen Materials, 
der Verzicht, auf lange Zeit die betreuten Schätze selbst zu be- 
arbeiten, dafür aber anderen die Be beitung und Verwertung zu 
erleichtern. Tausende von Handschriften waren in mühevoller 
Kleinarbeit durchxusehen und zu verzetteln. In einem gut durth- 
dachten System sind nun auf ltnappstem Raume alle wichtigen 
Angaben über jeden Band zu finden. Darüber hinaus wird der 
Suchende aber auch über die wichtigste Literatur zu iedem Werk 
orientiert. Zur Benützbarlteit solch einen Inventars, das nach 
der Nummernfolge der (Iodiees geordnet ist, ist ein sorgfältiges 
Register notwendig. Auch hier ist mit grüßter Akribie vorge- 
gangen worden. Neben ausführlichsten Namen- und S ehre- 
gistcrrt wurde das im vorliegenden lnventarbestand verz hnete 
Matt ial nach der Zeitfolge ihrer Entstehung und nach ihrer 
Lokalisierung aufgeschlüsselt, Mehr als ein Drittel des Buch- 
umfanges ist für die Register verwendet, welche die Benützung 
dieser [nventare jedem leicht machen. Was hier entstanden ist, 
ist keine laute, vom Publikum begierig aufgenommene Veröffent- 
lichung. Es ist die stille, selbstverletignende Arbeit eines Ge- 
lehrten, die aber Grundlage für weitere Forschungen bieten wird. 
(ierade dadurch aber ist es ein Werk zeitloser Bedeutung, ein 
Werk, das Generationen von Forschern ein wertvolles, unent- 
behrliches Handbuch sein wird. 
Dem Inventarband der abendländischen illuminierten Handschrif- 
ten soll sieh ein zweiter anschließen, der die in der National- 
bibliothek verwahrten Erzeugnisse aller übrigen Werkstätten 
umfassen wird. Damit wird erstmals eine der größten Biblio- 
theken der Welt ihren Bestand an illuminierten W rken voll- 
ständig veröffentlicht haben. Es wiire im Sinne ersprießlichei- 
Forschung begrüflenswert, wenn die anderen Bibliotheken bald 
dem hier erstmals gegebenen Beispiel folgen würden. 
Hermann liillitz 
 
 
 
KUSTBARKEFFIIN [M WIENER KUNSTHANDEL 
 
Isaac Koedijek (Amsterdam 1(:1(v_ 1677). 
Die strafentle 
34.5 V 43 cm. 
(Aus der 534V Kimslauklion des Dtvnilhvtnvis, WIPH, vom 
vom 4 bis o Juni m57) 
Mutter, Öl auf Holz, 
NEUE ITALIENISCHE (JALERIEKATALOGE 
Seit längerem ist der Kunsthistoriker den vielen 'l'0uristen zu 
Dank verpflichtet, die alljährlich nach Italien strömen, um dort 
- konsequenter als in jedem anderen Lande - die Museen zu 
besuchen. Ihnen zuliebe entstand in letzter Zeit eine große An- 
zahl prächtig ausgestatteter und relativ wohlfeiler Monogra- 
phien, die recht gut über die Be iinde einer Sammlung zu infor- 
mieren vermögen, auch wenn sie eines wissenschaftlichen Appa- 
rates entbehren. Noch dankbarer mull man dem Ministero della 
Pubblica Istruzione sein, daß es neuerdings mit diesen, nach 
kommerziellen Prinzipien hergestellten Werken in Konkurrenz 
trat und eine eigene, durchaus wissenschaftliche Reihe der „Cala- 
loghi dei Musei e (jallerie d'Italia" ins Leben rief. Bisher liegen 
uns drei Bände vor, von denen zwei die Galleria Borghese (Pla- 
stiken und Gemälde) behandeln, während der dritte den Ge- 
mälden des Mittelalters und der llrührenaissanec in der Akade- 
mie-Galerie zu Venedig gewidmet ist. 
Einer kurzen Geschichte der jeweiligen Sammlung (der meist 
eine Fülle kunslsaziologisehet" Nachrichten von höchstem Inter- 
esse entnommen werden kann) folgt der eigentliche Katalog mit 
allen nur wünschenswerten technischen und wissenschaftlichen 
Angaben, mit einer vollständigen Bibliographie und den nötigen 
Registern. Der Tafelteil hildet prin ipiell jedes Objekt ab. wobei 
die Hauptwerkc durch Detailaufnzthmen noch weiter aufge- 
schlossen werden. 
Ihrem ganzen Charakter nach halten diese neuen Bände die 
Mitte zwischen den oben erwähnten populären Sammlungsmono- 
RANFTBECHER VON ANTON KOTHGASSER 
Dieses Glas mit der _ ro- 
ßen Rosen Pzirihy", Wi n, 
um 1830, gehört zu den 
besten Arbeiten Anton 
Knxhgnssers. Das Osten-el- 
ehisehe Museum für unge- 
wxmdle Kunst heS .l ein 
gleiches Exemplar. . nl- 
" Zettel am Boden des 
aus trügt den Vernxerk 
„(IÜIÜJUICS Trinkglas von 
dem Maler Anton Kolh- 
gassnei" in Wien 1828". Die 
ser Zettel ist eine Bezeich- 
nung des ehemaligen Nu- 
liunnlprodukten - Kabinetts 
des k. k. polylechnischen 
lnuiluies in Wien. 'n 
Zeichen, welche Wern- 
schiilzung gerade diese Arhe 
 
 
 
 
z! KUlhgILSSCVS genofl. In hei- 
den Füllen ist der geschlngelw Fullwulst, der „RnnlUÄ 
verguldel, das Bildlelnl und der obere Rund mit den sorglfil- 
ligsl gcmallen und für Kmhgasser so typischen Orna- 
menten versehen. Die "Rosen Parlhy" wurde seiner 
u in 
 
der „Nürnberger Handlung zur goldenen Lampe" auf dem 
Slephansplatz verknull. Sie rangierte in der höchsten Preis- 
kmcgorie und kuslvle 45 Gulden. 
(GHICHE S! Chnsloph, WIEN) 
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