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Volltext: Alte und Moderne Kunst II (1957 / Heft 7 und 8)

Wirkung auf die zeitgenössische Malerei immer stärker spürbar 
wird. Der nordniederländische Charakter bestimmt auch den 
Eindruck der Schwarzenbergschcn Galerie, die somit am Anfang 
einer fortschreitenden Entwicklung des Geschmackes steht, der 
in der Franzisceischcn Zeit in der Schöpfung der Lambergschen 
und Czerninschen Galerien den klarsten Ausdruck findet. 
Das für die Zeit bezeichnende Arbeiten mit dekorativen Gesamt- 
heiten wie es z. B. die architektonische Bildergaleric ist, hat als 
Gegenstück zu dieser großen Malerei-Dekoration, der Einheit 
aus vielen verschiedenen Bildern, das dekorative Stilleben als 
Einheit aus verschiedenen Malereigattungen hervorgebracht. 
Blumenstück, Früchtestilleben, Tierstück, Landschaft, Architek- 
turmalcrci und häufig noch Figurenkompositionen werden auf 
einer Leinwand vereinigt. Die gegenständliche Bereicherung des 
Themas Stillcben wird aber dem Wunsch nach zuständlichcr Ge- 
staltung, die einen ruhigen dekorativen Eindruck begünstigt, un- 
terworfen und untersc eidet sich daher grundsätzlich von dem 
früheren vlämischen Slilleben. jede starke Bewegung wird in 
der Darstellung vermieden. Auch menschliche Figuren sind nicht 
als handelnde Personen, sondern als dekoratives Beiwerk duf- 
gefaßt. Der Illusionsraum ist außerordentlich seicht, die Land- 
schaft mehr eine Folie, die den Hintergrund dekorativ belebt 
und abschließt, aber keine Tiefenerstreckung deutlich machen 
kann. Alles ist Gelegenheit feiner malerischer Gestaltung des 
Oherflächenreizes. 
Das dekorative Stilleben ist eines der bezeichncndsten Zeugnisse 
des Geschmackes der spätbarocken Epoche und mit dem reprä- 
sentativen Porträt das gegebene Ausstattungsstück der Innen- 
räume spätbarocker Paläste. Ein ausgezeichnetes Ensemble ist 
die Schwarzenbcrgsche Sammlung von Werken Franz Werner 
Tamms. Tamms Leistung kann in der Verarbeitung aller vor- 
hergehenden Richtungen der Stillebenmalerei gesehen werden. 
Zweifellos geht seine feine Art der Gestaltung der malerischen 
Oberfläche von der nordniederländischcn Malerei aus. In seinen 
Blumenstücken zeigt er große Verwandtschaft mit der Ar! 
Vogelacrs, der seinerseits aus der großen Tradition holländischer 
Blumenmalerei hervorgegangen ist. Dies ist aber nur eine Seite 
seines Schaffens. Die gegenständliche und kompositionelle Be- 
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