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Volltext: Alte und Moderne Kunst II (1957 / Heft 11)

Standbild der Scholaslik 
nayirdag, wo die Marmorstraße nach dem Osten umbiegt, zum 
Sattel zwischen den beiden Stadtbergen ansteigt, sie wurde in 
diesem Abschnitt Kurctcnstraße genannt und 
3.Der Bezirk des Prytaneions, des Rathauses, unmittelbar west- 
lich des Odeion, des kleinen Theaters oder Singspielhauses auf 
der Höhe des Sattels zwischen den beiden Stadtbergen. 
Das byzantinische Bad, ein Areal von nicht ganz 4000 m' er- 
füllend, ist einerseits als ein beherrschender Profanbau im Zen- 
trum der schon klein gewordenen Stadt der byzantinischen Zeit 
wichtig, andererseits als Zeuge für das Weiterbestehen der 
hohen antiken Badekultur. Die einzelnen Baderäumlichkeiten 
und ihre Anordnung zeigen aber deutlich den vollkommenen 
Wandel in Bauform und Bauweise; dazu kommt noch, daß das 
Kaltwasserbad (frigidarium), das in der antiken Therme eine 
maßgebende Rolle spielte, bis auf einige Fußwaschbecken völlig 
verschwunden ist, sodaß dieses byzantinische Bad, das erste, das 
wir in Ephcsos kennen lernten, sich klar als unmittelbarer Vor- 
läufer des seldschukisch-türkischen Bades darstellt, denn auch 
dieses kennt nur Warm- und Heißbad. Trotz dieses wichtigen 
Wandels in der Bauform und Bauweise wäre es verfehlt, hier 
einen Bruch zwischen Antike und byzantinischer Epoche erken- 
nen zu wollen. Denn dieses Bad ist nach Form und Art der un- 
mittelbare Nachfolger des kaiserzeitlichen Privatbades, das jetzt 
gewissermaßen Offentlichkeitsrecht gewonnen hat. Dazu kommt 
noch ein sehr wesentliches zweites Moment. Es wurde eben kurz 
darauf hingewiesen, daß die Therme Zeugnis ablegt in der Pflege 
des Körpers, Geistes und der Seele von der ganzheitlichen an- 
tiken Lebcnsauffassung. Gleiches gilt, wie wir hier nun deutlich 
sehen, von dem byzantinischen Bad; denn neben den Räumen 
für die Pflege des Körpers und des Geistes weist sie auch eine Ka- 
pelle auf; auch hier gehört die Seele zum Ganzen. Diese kultur- 
geschichtliche Erkenntnis ist neben den für die byzantinische 
Baukunst wichtigen Ergebnissen ein nicht geringer Gewinn der 
Freilegung dieser Ruine. Daß daneben auch mancherlei für die 
Topographie der byzantinischen und kaiserzeitlichen Stadtam- 
lage abfiel, kann nur am Rande vermerkt werden. 
Von dem zweiten Objekt, dem Bau an der Biegung der Marmor- 
straße ragten zunächst zwei über Eck stehende Gewölbeboga-n 
über den Boden. Zunächst oberflächlich geführte Sondagen lic- 
ßen bald erkennen, daß es sich um eine Therme handelte. Der 
Blick auf das Hnnghnus. 

	        

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