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Volltext: Alte und Moderne Kunst II (1957 / Heft 12)

 
dern mit feinen Stacheln und Zangen vor sich, wie man die letz- 
teren etwa bei den Spinnen findet. 
Insofern läßt sich eine gewisse Verwandtschaft zwischen Ab- 
solon und Moldovan erkennen, nur daß dessen insektenhafte 
Aggressionen ungleich heftiger erscheinen. Bei Absolon bleibt 
eben alles sanfter und lyrischer, ja fast ein wenig blumenltaft, 
ohne daß hiedurch etwa das Hintergründige, das Mitspracherecht 
der dunklen Gewalten gemildert würde. Sie sind vielmehr immer 
gegenwärtig, selbst dann, wenn, was ja leider unvermeidlich 
ist, gewisse Zuges dnisse an das Geruhsamkeitsbedürfnis da-r 
braven Zeitgenossen gefordert worden sind. Auch dann sitzt 
plötzlich an irgendeiner Stelle der Landschaft ein stärkerer Strich 
oder eine unvermittelt auftretende Schraffur, die durchaus nicht 
nur „formal" bedingt sind, sodaß man meint, hier mit der Wün- 
schelrute oder einer Geisterlupe auf einen „Herd" der Dämonie 
stoßen zu müssen, die aber derzeit friedlich schlummert wie ein 
Wurf junger Füchse 
Diese Behutsamkcit in der Kunst Absolons, dieses vorsichtige, 
ztbsatzweise, ein wenig unsicher scheinende und doch unbeirr- 
bare sich Vorarbeiten seiner Zeichenfeder, dazu die nicht seltenen 
Lavierungen in sanften Grau, Rosa, Violett oder Gelb, die wie 
bei modernen Bühnenbildern mit ihren Farbwerten eine beson- 
dere atmosphärische Akzentuierung der zeichnerischen Far- 
schungsreise des Künstlers unternehmen - dies alles gibt seiner 
hildnerischen Ideenverwirklichung nicht nur ihr sehr persönli- 
ches Gepräge sondern auch einen Reichtum, wie er eben nur dort 
Ereignis wird, wo das Inwendige selber, das Kraftfeld der Seins- 
geheimnisse und deren wesentliches Bildverlangen ihre gleich- 
nishafte Form gewinnen. 
 
Studie für da: lWienbucb, 1955. 
Da geh! es sichtlich um einen stillen und schon ein wenig verhuzellen 
Winkel in Wien, in dem aus dem Haus in der Bildmiue vor lauter Alter 
und Bcwohnheit schon fast so etwas wie eine von der Natur selbst ge- 
bildete Höhle mit Gesicht geworden ist. Mauern und Dach haben sozu- 
sagen Pelz angesetzt, und alle Nachbarschaft sich in Nebel aufgelöst. 
ÖSTERREICHISCHE KUNST IN ALLER WELT 
AUSSTELLUNGSBILANZ DES JAHRES 1957 
Zusammengestellt von ARNULF NEUWIIVFH 
Seit 1945 sind noch niemals von österreichischer: Künstlern so 
viele [Werke im Ausland gezeigt werden, wie in dem min zu 
Ende gehenden ].1hr. Unsere Auswahl charakteristischer Bild- 
heispiele soll auf international bedeutende Ausstellungen in 
Europa, Asien und den beiden Amerika hinweisen, an denen sich 
Österreicher mit Erfolg beteiligt haben. 
 
Kur! Möxer, „Alusn-nklion". 
An der inlcrnnlionzxlcn Ausstvllung der ,.All 
lndiri Finc Arm 8 Crüfla Sucicry" in New 
Delhi nahmen dreißig Nalinntn teil. Kurt 
Möscr, Mitglied dcr Künsllcrgruppc „Der 
Kreis" wurde in der indischen Presse aus 
der größeren Zahl öslcr ichischu" Aus- 
steller zuanmmcn mit C y Hauwr, Paul 
Mcißncr und (iodwin l hardt hu"0rg('- 
hobcn, Auch dic gcm (e Modurnc dex 
„Künsllcrhau s" (Kcppvi, Pipal, Srhrom, 
Kaufmann, Zerrilsch) nahm an du" New 
Delhi-Ausstellung teil. 
 
 
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