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Volltext: Alte und Moderne Kunst II (1957 / Heft 12)

stimmung zum Abriß niemals erteilen wird. Daß ein Bericht 
über den gesamten Sachverhalt an das Unterrichtsministerium 
geleitet wurde, braucht kaum bezweifelt werden, cbensowenig 
daß das Ministerium die zuständigen Stellen des Landes Nieder- 
österreich auf das BCsIClICO des Denkmalschutzes und darauf 
verwiesen hat, dall die geplante Zerstörung der Zustimmung des 
Denkmalamtes bedarf. Zu diesem Zeitpunkt - im September 
dieses Jahres - hat das Amt der niedcrösterrcichischen Landes- 
regierung bereits mit dem teilweisen Abbruch des Schlößchens 
auf der Weiden begonnen. Lfnd dies, obwohl das Gebäude gemäß 
S 2 des Denkmalschutzgesetzes ex lege unter Denkmalschutz 
steht. Aber diese Bestimmung wurde einfach übergangen, die 
Briefe wurden nicht beantwortet, alles nach dem Motto: Vleg 
ist weg. 
Man fragt sich bestürzt: wie weit sind denn die beiden Städte 
entfernt, in denen das Bundcsdenkmalamt und die niederöster- 
rcichischc Landesregierung ihren Sitz haben? Welche Gebirgs- 
zügc, unpassierbare Ströme, Meere oder Wüsten liegen zwi- 
schen diesen beiden Städten, daß nur brieflich ein Standpunkt 
vertreten werden kann? (liür jene, die es nicht wissen sollten: 
wenige 100 Meter trennen diese beiden Ämter voneinander, ein 
Amtsdienei trug wahrscheinlich Briefe von der Burg in die Her- 
rengassc, auf dem umgekehrten Weg kam offenbar nie eine 
Antwort.) 
 
Und was wurde gewonnen? 
kann und wird erst die Tr .. 
c Entlastung der lriestcrstrctlle 
crung einer Straße bringen, die 
außerhall der Ortschaften gegen die Bundesstraße zu führt. 
Heute ist die sogenannte „l)t")rferstraße" von Brunn an ein 
Schlauch, der lediglich durch die Zerstörung eines Kunstwerks 
um dreißig Meter früher breiter wird und sich 500 Meter später 
am Ortsanfang von Nlödling wieder verengt. Wäre ein altes 
Barockscblößl nicht mehr Attraktion gewesen als dreißig Meter 
neue Straße? 
 
ÖSTERREICHISCHE 
QUALITÄTSERZEUGNISSE 
erhältlich in allen Teppichhäusern 
UNSERE AUTOREN 
Ih-rmarm Fillilz, wissenschaftlicher Assistent am Kunsthistorischen 
Museum, Wien, am 21). April 192-} in Wien geboren. Hier auch absol- 
vierte cr seine Studien (Kunstgeschichte, Geschichte, Archäologie). Seit 
1948 Mitglied des lnstituts für österreichische Gesehicbtsforschung. 1952 
stellte er die Geistliche Schatzkammer, 1954 die XVeltlichc Schatzkam- 
mer neu auf. 
Regmn Flxiry geb. von Bültzin vslötven. Geh. 1911 Dresden. Scit19-l5 Stu- 
dien als Autodid; ' auf spez llen Gebieten der Textilwissenschaft, bes 
stmders antiker T vtilien. Förderung durch verschiedene namhafte 
Kunsthistorikcr. Verüllentlichtingen in Fachliteratur Deutschlands und 
der Schweiz. 
  
(Fortsetzung Seite 26) 
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