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Volltext: Alte und Moderne Kunst II (1957 / Heft 12)

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ARIA MIT HANDARBEITEN 
Von REGINA 
LURY-BÜLTZINGSLOWEN 
s der zartesten und schönsten Themen aus der Marienikono- 
hie ist das der Mutter Gottes bei der Beschäftigung mit weib- 
:n Handarbeiten. Während die großen Ereignisse des Marien- 
ris in fast unübersehharer Fülle in allen christlichen jahr- 
ierten den bildenden Künstlern als Vorwurf dienten, ent- 
t sich die Jungfrau-Mutter in der Arbeit am Wirkrahmen, 
Spindel oder Webstuhl gleichsam dem Blick der Menschen 
verbirgt sich in ein geheimes, in sich beschlossenes und stilles 
nleben. Verkündigung, Geburt Christi, die Passion, Ostern 
Pfingsten sind Themen, deren Inhalt wie mit Sturmesgewalt 
ie Seelen dringen und die Menschen mit mächtiger Stimme 
fen will; Darstellungen aus dem häuslichen Leben Marias 
seltener und verhaltener; sie sprechen mit leisem Raunen 
menschlichen Herzen von uraltem Wissen um das Tun der 
ermiitter. Maria unter dem Kreuz, Älaria, die Flamme des 
igen Geistes emplangend, Maria, durch Gotlvater und Gott- 
gekrönt - das ist die christliche Gestalt der Mutter des 
liehen Sohnes; Maria mit der Spindel, Maria am Webstuhl 
och die schicksalwirkende Göttin vorchristlicher Zeiten. In 
:n Bildern wird die Fülle schöner Sagen von Holda, Perchta, 
iwa, von Venus, juno und den Parzen an Maria weitergege- 
In ihrer Tätigkeit als Spinnei-in tritt sie sogar noch in drei- 
er Gestalt, wie die Nornen oder die Ptii-zen, aufl, oder sie 
Grimm, Deutsche Mythologie, Wllh. Mtinnhiirdt, (ierluunlsehe Mythen. 
:lzer Klntlervenc „rlle, rlle röiisli, Ze llutle mit e sellläusll ze Iiaile stivt 
illn hun, es lüegel um Mareiß drusa, illa eint itplnnt sltle  
wwlllldelhürn": .. Im Gurten steht elli Huun nehn um scitlene Döckchen 
an) heraus, elns spinnt seldeu. eins lllcht weiden. eins schließt den Him- 
empfängt wie Holda von den „3 alten jungfern" Sonnenlicht, 
um es zu einem Gewand für ihr Kind zu verarbeiten. 2 
Bei manchen geistlichen Orden des Mittelalters, galt Weben als 
hervorragendes Mittel zur Sammlung und als gute Ergänzung 
zur inneren Versenkung im Gebet. Der rhythmischen und sinn- 
vollen Arbeit der Hände waren beruhigende, klärende und der 
inneren Entfaltung zuträgliche Wirkungen zugeschrieben. Die 
solches Tun den lernenden Brüdern und Schwestern zur Aufgabe 
machten oder anempfahlen, mochten dabei - wissend ader nicht 
mehr bewußt - einer uralten Tradition folgen, die aus dem hö- 
heren Einblick in Wechselwirkungen zwischen äußerer und in- 
nerer Tätigkeit „Beten und Arbeiten" in einem Atem nennt. 
Marienlcben-Dichtungen bezeichnen, wenn sie überhaupt vom 
häuslichen Leben Marias berichten, zwei Beschäftigungen als 
ihre fast ausschließliche Arbeit: Beten und Handarbeiten ß. 
Während die frühesten bildlichen Darstellungen dieser The- 
matik aus den ersten christlichen Jahrhunderten stammen, sind 
dem weiteren mitteleuropäischen Kulturraum neben der münd- 
lichen Überlieferung Schilderungen aus dem Leben Marias erst 
durch die mittelalterlichen Übersetzungen der apokryphen Evan! 
gclien und Kindheit-Schriften zugänglich geworden. Die ersten 
deutschen Marienlebendichtungen entstanden im 12. jh. Sie stam- 
men last alle aus geistlicher Hund, denn es bedurfte schon eines 
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