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Volltext: Alte und Moderne Kunst III (1958 / Heft 3)

cn mit WÄldleulcrx und Fnhcllicruvx vor cincm mpctennrrij ; cngruml. Du- Spruchbänd 
ngebundrxwen Lvbcn in der Nuur uml du" Ala-Jgc An die T1" "y il und Lixl duv Wl-h. Obcrr 
einheitlichen barocken Innenraumkonzeptes ebenfalls eine durch- 
greifende Wandlung. Die Unterordnung aller Teile unter ein 
Hauptmotiv, die betonte Zentralkomposition und die für die eine 
bestimmte Fläche und Größe durchkomponierte Musterung wird 
ersetzt durch eine Abfolge von gleichwertigen Musterteilen in 
regelmäßigem Wechsel. Mit der schrittweisen Loslösung von 
der Architektur als Träger und Vorbild geht eine steigende Be- 
tonung des textlichen Charakters der Teppiche einher. Die Nach- 
ahmung plastischer Motive weicht einer deutlichen Flächenbeto- 
nung, die großen Kompositionen werden durch Muster im un- 
endlichen Rapport ersetzt. Den Endpunkt dieser Entwicklung 
und zugleich die volle Entfaltung der architektonisch völlig un- 
gebundenen Textilmusterung in den Teppichen bringt die Bie- 
dermeierzeit mit ihrem naturalistischen Streublumendekor, der 
die Teppiche in direkte Beziehung zu den gleichzeitigen Stoffen 
und Stickereien setzt. Bei diesen Mustern wird nun der hand- 
gearbeitete Knüpfteppich vom gewebten Maschinteppich weitest- 
gehend ersetzt und verdrängt. 
Eine ähnliche Entwicklung, zum Teil der barocken Gesamtdeko- 
ration im 18. Jahrhundert und dann wieder zur Lösung aus dem 
Zusammenhang der gesamten Innenausstattung, bestimmt auch 
die Wandlung des gewirkten Wandbchanges dieser Epoche. In 
diesem Zeitraum, dem die europäischen Teppiche erst ihre Ent- 
stehung verdanken, hatte die Tapisserie jedoch bereits eine jahr- 
hundertelange selbständige Entwicklung und ihre größte Blüte- 
zeit vom 15. bis zum 17. Jahrhundert erlebt. 
Die Wanddekoration des hohen Mittelalters ist vor allem durch 
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die Malerei bestimmt. Von textilen Behängen spielen sov 
kostbare Seidenstoffe als vor allem auch große Stickereien 
bedeutende Rolle. Die frühesten großen gewirkten Wandtepp 
entstammen der deutschen Spätromanik und sind der gle 
zeitigen Malerei eng verwandt. Die Blütezeit der deutschen l 
teppichkunst liegt im ausgehenden Mittelalter, im 15. und frC 
16. Jahrhundert. Sowohl in der Auffassung, vor allem der i 
fanen Themen wie auch in der stark zeichnerischen Durch 
rung, sind diese Teppiche der zeitgenössischen Grat 
verwandt. Das Schwergewicht der Tapisseriecrzeugung liegt 
süclwestdeutschcn Gebiet, in der Schweiz, am Oberrhein unc 
Elsaß, aber überall waren es kleinere handwerkliche Betriebe, 
im Auftrag des städtischen Bürgertums und kleinen Landa 
arbeiteten, während die Fürsten schon im 15. Jahrhundert 
strebt waren, ihren Bedarf in den berühmten niederländr 
französischen Manufakturen zu decken. Eine stark stilisic 
rein flächenhafte Kompositionsweise herrscht in den me' 
bescheidenen Formaten gehaltenen deutschen Rücklaken bi: 
die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts hinein. Der flächige ( 
rakter der meist auf einem schmalen Bodenstreifen friesa 
aufgereihten Figuren wird durch den dunklen Hintergrund 
seinen Ranken oder Stoffmustern besonders verstärkt und du 
die kräftigen Farben und klaren Konturen eine dekorativ s 
wirksame Wanddekoration geschaffen. Die Auflockerung die 
starken Tradition erfolgt im letzten Viertel des 15. Jahrhundi 
weniger durch einen plötzlichen Einbruch der Tafelmalcrei, 
unter dem immer mehr zunehmenden Einfluß der westlic 

	        

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