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Volltext: Alte und Moderne Kunst III (1958 / Heft 4)

ber die rationale Gesetzlichkeit hinaus auch das Wesen und die 
Seele" erfassenden und formenden Tun jedoch fallen sie als 
elbstverstandliche Begleiteriolge in den Schoß. Denn seit der 
lensch das Wesen und die Wirklichkeit der Natur erschlossen 
at, wird ihm die Schönheit nur noch in der Gestalt des Wesens, 
to und wie immer er sie bilden hilft, zuteil. 
nsofern sind die eingangs angeführten Bedenken, daß maschi- 
elle Fertigung und Baukunst unvereinbar seien, nichtig. Wo 
ielmehr jene wie in Wachsmanns Bau-„Pr0duktion" dem funk- 
onell Wesentlichen die als gültig erkannte, erarbeitete und 
urchgebildete Form verleiht, da ereignet sich bereits das Künst- 
:rische, wie das nicht nur die an abstrakte Plastiken gemahnen- 
en „KnotenpunkW-Modelle, sondern auch die riesigen Stahl- 
ohr-Konstruktions-Hallen klar erkennen lassen. Nur ist eben 
iese Baukunst nicht mehr Niederschlag eines eigenständigen 
sthetischen Konzeptes, sondern die dem bildnerisch zu seinem 
ebens- und Erscheinungsrhythmus erweckten und verwirk- 
chten Naturgesetze. Der Bau-Meister also macht das Ge- 
eimnis des Zusammenwirkens von Material und Energie im 
auwerk als einer Art von Drama „sichtbar", was schon nach 
llee ins Künstlerische fällt. 
Es ist daher kein Zufall, daß viele der jungen Architekten und 
Architekturstudentcn von den Prinzipien des maschinellenBauens, 
wie Konrad Wachsmann sie verträgt und beispielhaft belegt, ge- 
radezu magnetisch angezogen werden. Eine Jugend nämlich, die 
zwar gründlich desillusioniert, aber sofort zu haben ist, wenn und 
wo sie die längst fällige Bewahrheitung der heutigen sachlichen 
und geistigen Situation des Menschen in Angriff genommen spürt, 
sieht sich hier überzeugend angesprochen. 
Wachsmanns Studententeams, die er in der ganzen Welt und 
1956 und 1957 eben auch an der Salzburger Sommerakademie ins 
Leben rief, legen mit ihren Arbeiten für diesen Lehrer mit einer 
mehr als dreißigjährigen Erfahrung auf dem Gebiet des indu- 
striellen Bauens ein beredtes Zeugnis ab. Es ist daher wiederum 
kein Zufall, daß der Initiator und Leiter der Salzburger Som- 
merakademie, Friedrich Welz, Konrad Wachsmann für ganz 
nach Salzburg verpflichten möchte. Es wird dabei an ein For- 
schungsinstitut für industrielles Bauen unter seiner Führung ge- 
dacht. Gerade für Salzburg aber mit seiner reichen kulturellen 
Tradition könnte die Errichtung eines solchen Institutes, das der 
Kultur von morgen die Bahn erschließen hülfe, ein die Lebens- 
und Erneuerungsfähigkeit dieser Stadt beweisender Gewinn sein. 
 
Projekt III: Ausstcllungshalle, deren vertikale und horizontale 
Flächen beweglich und in beliebigen Kombinationen zusammen- 
iügbar sind. 
(Seminararbcit Snlzburger Sommerakademic 1957.) 
 
 
Ein Standurdlenotanpunlat [ür eine Ausxtellungsbnlle hält die Rohrrahmen 
der Binder und ihre Diagonalverspannung zusammen (oben links). - 
Hallen-Binder und ihre Stützen. Höhe der Stützen und der Binder je 
3m. Hallendach und Seitenwände bestehen aus mit durchsichtigen 
Kunststoffplatten überzogenen Aluminiumprofilen. Sie werden von innen 
her erleuchtet. Man kann das durch Vorspannknbel verstärkte Dach 
entweder an den unteren Bindergurten in 3 oder an den oberen in 6m 
Höhe fixieren (rechts). - Ausstellungsballe. Mögliche Kombination: Ge- 
schlossener Raum mit 6 m und offener Vorraum rnit 3m Höhe (links). 
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