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Volltext: Alte und Moderne Kunst III (1958 / Heft 5)

Crlogcnburg. Üvrkvnfnwktn der Slilnkiruhr mn Bnrmlrßnxlius Alm- 
onlc, 1733 Iznlhzxupxulwg (Im-s hl. (lcurg und Äinriu nlx Schutzlmu 
rs Slifu-ß. Demil. 
Plarrkirchc in Hausleiten (1785), ein Beispiel dieser Auswirkung. 
Sie ist auch im Werk seiner Schüler etwa in Roggendorf oder 
in dem kleinen anmutigen Brunnkirchen nachzuweisen. Selbst 
das Altarbild wird in diese Farbraumgestaltung einbezogen. Die 
Kapelle der Ochsenburg, vor allem die Melkerhofkapelle in 
Wien, mit ihrem farbigen Bildrahmen gehört zu den persön- 
lichsten Leistungen Kremser Schmidts. Um die ganz andere Art 
auch im Bereich der kleinen Kapellen ermessen zu können, möge 
man sich etwa. die Marienkapelle in Retz oder den von bayeri- 
schen Künstlern gestalteten Chor der Pfarrkirehe von Siegharts- 
kirchen vor Augen führen. 
Allmählich vollzog sich - dies entspricht der Bedeutung, die 
Kremser Schmidt dem Andachtsbild zu geben verstand - eine 
neuerliche Verschiebung der Auffassung: Das Ölbild wurde do- 
minant und zog wie einst das Fresko die Raumgestaltung in 
seine Dienste. Die Melkerhofkapelle zeigt dies ebenso wie das 
berühmte Seitenstettener Refektorium mit dem Gemäldezyklus 
Kremser Schmidts. Schließlich wird die farbige Ornamentation 
zum vorherrschenden Gestnltungsprinzip, wofür das Kloster in 
Schönbühel und die vor kurzem restaurierte ehemalige 
Klosterkirche von Säusenstein (nach 1767) bedeutende Beispiele 
sind. In beiden Kirchen war ein Freskant tätig, dessen Werke 
dem österreichischen Farbraum eine eigene Note verliehen: 
Johann Bcrgl. 
Seine religiösen Konzeptionen, etwa die Wand- und Kuppelfres- 
ken in Klein-Mariazell zeigen ihn noch unter dem Eindruck des 
Franz Anton iXlaulpertsch. Dieser geniale Künstler durchbrach 
die in sich geschlossene Farhharmonie mit der suggestiven Kraft 
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PlAl'Ä'kilkhx' von S:_:v1nl.l11xhL'xW.1. Inneres "rgcrw dcn llrxchallar. 
em Raum das Gepräge. Auch hier finden sieh das reiche Orna- 
ient, um nur an die einmalige Herzogenburger Orgel zu 
"innern. Zartes Grün und helles Gold aber wandeln die 
mpfindung, die uns an die Polyphonie Mozartscher Musik 
emahnt. 
.uch die weltlichen Räume sind Ausdruck des gleichen Stiles. 
ehloß Eekartsau zeigt uns dies mit seinem in hellen Stuektönen 
ehaltcnen Festsaal, der mit Daniel Grans Meisterwerk (1732) 
ne seltene harmonische Gesamtwirkung erreicht. Auch der 
uppelsaal des Schlosses „Von der Weiden" in Maria-Enzers- 
ori gehört hierher (um 1730), besonders aber das wundervolle 
riedau. Man muß sich die blaßgrauen, violetten und ockrigen 
'öne des Stuekmarmors in ihrer nlten Pracht vorstellen, um zu 
"messen, welche Harmonie dieser heitere Farbraum (um 1755), 
en Daniel Grans Kunst bestimmte, einst ausgestrahlt hat. Nicht 
ur die Decke, die symbolisch den Tagesanbruch und den Ein- 
ug Floras kündet, hat diese Wirkung, auch die mythologischen 
Yandbilder mit den farbigen Stuekrahmen, die völlig in die 
iesamtheit der vorbereitenden koloristisehen Slimmungsakkorde 
ingebunden sind. 
Per junge Martin Johann Schmidt, der gleichfalls in Herzogen- 
urg wirkte, findet in diesem Künstlerkreis zum atmosphärischen 
arbraum seiner Gemälde. Der von ihm gemalte Festsaal des 
chlosses in Baumgarten (1756) ist, ebenso wie der Chor der 
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