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Volltext: Alte und Moderne Kunst III (1958 / Heft 5)

Die große repräsentative Geste 
Barock wird im Dienst des „S1 
dor", des Glanzes des Erzha 
wohl noch angestrebt, doch ist s 
bei Bildern wie diesem Schönb 
ner Gemälde des Mariin van Mey 
das Kaiser Franz 1., Maria The 
und elf Kinder darstellt, das 
dringen einer bürgerlichen Imir 
spürbar. 
DAS ZE ITA LTE R MARIA 
THERESIAS 
Von ADAM WANDRUSZ 
Die Zeit von 1740, dem Regierungsantritt Maria Theresias, bis 
1792, dem Jahr des Todes Leopolds II., des zweiten ihrer zur 
Regierung in Österreich gelangten Söhne, ist die große öster- 
reichische Reformepoche. Mit welchem Gebiet der neuen Ge- 
schichte Österreichs immer man sich beschäftigt, mit der Ge- 
schichte der Verwaltung, der Finanw, Wirtsehafts- oder Sozial- 
politik, des Schulwesens, des Heerwesens, der Rechtspflege oder 
des Gesundheitswesens, immer kommt man zu dem Ergebnis, daß 
die entscheidenden Reformen und segensreichen Einrichtungen 
auf diese Reformepoehe und innerhalb dieser wieder meist auf 
die Regierungszeit Maria Theresias zurückgehen. Es kann hier 
nicht unsere Aufgabe sein, das ganze Werk der mariathere- 
sianisch-josephinisehen Staatsreform, ihrer Krise in den letzten 
Regierungsjahren Josephs II. und ihrer Rettung durch den klu- 
gen und bedäehtigen Leopold II. - eben vielfach durch ein 
Zurücklenken in die von der Mutter vorgezeichneten Bahnen - 
darzustellen; doch sei versucht, Wesen, Besonderheit und gei- 
stige Antriebe dieser als Einheit -_ wenngleich als gleichsam 
dramatisch gegliederte Einheit - zu betrachtenden Reit 
epoche kurz zu skizzieren. 
Nun finden wir gewiß ähnliChe Reformen und Entwieklui 
auch in anderen Staaten unseres Erdteils und die Schaffung 
modernen, zentralistiseh-bürokratisehen Einheitsstaates d 
Maria Theresia und ihre Söhne ist eingebettet in ein ganz Eu 
umfassendes Phänomen, das des sogenannten „aufgeklärten 
solutismus", wobei fremde Vorbilder und Einflüsse aus Fr 
reich, Preußen, den Niederlanden und Italien eine wichtige F 
für die österreichische Entwicklung gespielt haben. Diese ö 
reichisehe Entwicklung aber ist durch eine besondere, fast r 
lutionär zu nennende Konzentration gekennzeichnet. In 
knappen Zeitraum von nicht einmal einem halben jahrhur 
(denn für die innere Entwicklung ist erst der Dresdner Frii 
von 1745, der den österreichischen Erbfolgekrieg abschloß 
durch den die Herrscherin ihr Erbe, mit Ausnahme Sehle: 
sicherte, der Ausgangspunkt), wird eine Entwicklung einer 
nachgeholt. andererseits, zumindest in den Absichten der l-l
	        

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