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Volltext: Alte und Moderne Kunst III (1958 / Heft 7 und 8)

Fcrtöd. Schlaf} 
Große-s (Zinn-l 
 
Esterhaza. 
Jr zum Ehrenhol 
Laektafeln geschmückt, die goldene Blumen und Landschaften 
zeigen. Das Porxellankabinett wurde mit chinesischem, japani- 
schem, Meissner und Wiener Porzellan ausgestattet. 
l)er Fürst ließ auch einen Wintergarten, eine Gemäldegalerie, 
eine Silberkammer und Bibliothek einrichten. Die Zimmerwändc 
wurden teils mit Marmor oder Alabaster, teils mit Scidentztpeten 
verkleidet. 
Bei der baulichen Ausgestaltung, den Stuckverzierungen und den 
Postamenten der allegorischen Statuen kommt es zu besonderen 
Stilverbindungcn. Die Formen des hierher verpllanzten Rokokos 
werden mit den bodenständigen Elementen des ungarischen Spät- 
barocks zu einer Einheit verschmolzen. Das neben dem Sehlosse 
befindliche „Musikhauf (Wohnung der Musikanten) und das 
Wirtshaus sind noch in den alten Baroekformen errichtet. 
Der gewaltige Park ist nach den Prinzipien französischer Garten- 
kunst angelegt. Inmitten regelmäßiger Terrassen, geradliniger 
Alleen, geometrisch angelegter Rasenstücke und Springbrunnen 
dienten der holländische Pavillon, ein Fasringartcn, die Rosengärt- 
ehcn, der Fortuna- und Venustcmpel der Unterhaltung der 
Schloßbcwohner und der häufigen Gäste. 
Im Ziergarten stand das fürstliche Opernhaus, wo Joseph Haydn 
die Aufführungen leitete, so 1773 seine „Uinlcdelta delusa". 
„Es wird täglich wechselweise sowohl italienische Opera Seria, 
als Bufla, und deutsche Komödien gespielt", heißt es in der 
Schloßbesehreibung von 1784", „denen der Fürst immer bey- 
wohnt, und meist die Stunde um sechs Uhr abends richtig hält. 
Es ist unbeschreiblich, wie sehr hier Augen und Ohren ergötzct 
werden. Durch die Musik, da das ganze Orchester auf einmal 
ertönt, und bald die rührendste Delikatesse, bald die heftigste 
Gewalt der Instrumente, die Seele durchdringt. - denn der große 
dbnkünstler, Herr Haiden, der als Kapellmeister in Fürstlichen 
Diensten steht, dirigirct dieselbe: aber auch durch die vortreff- 
liche Beleuchtung, durch die tiiuschenden Dekorationen, da bald 
Wolken mit Göttern von oben langsam herabfinden; bald letz- 
tere von unten lieraufsteigen, und in einem Augenblicke ver- 
3 Beschreibung das Huelilürxtlieheu Schlosses Esterhaz liu Kßtilgrelche Ungarn. 
Pteßhnrg, 1784, s. 31-311. 
Fertöd. Plan des Schlosses Esterhaza vom Jahre 1784.
	        

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