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Volltext: Alte und Moderne Kunst III (1958 / Heft 9 und 10)

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Museum für ungcwnndxc Kunst, Wim. 
 
blem gegenüber, in ihren Arbeiten den traditionellen Ausdruck 
in der Darstellung mit den Erfordernissen der modernen Linie 
in Übereinstimmung zu bringen. Im Japan von heute gibt es 
moderne Gebäude aus Stahl und Glas und daneben Bauten aus 
Holz und Papier. Wenn man von Japan spricht, denkt man 
wahrscheinlich an das letztere und vcrwundbarere Japan und 
wünscht es sich auch nicht anders. „Wir aber legen Wert auf die 
Errichtung von festen Stahlbauten, die Erdbeben und Feuer 
standhalten. . . Wir möchten mit der sichtbaren Sprache' Japans 
sprechen, die in der Welt von heute bestehen kann . . . wir wollen 
lieber den Kampf aufnehmen und eine neue Sprache Japans" 
schaffen, als einem billigen Ausgleich mit jener ,überalterten 
Sprache? Japans zum Opfer zu fallen, wie schwer dies auch im- 
mer sein möge", schreibt Hiromu Hara im Katnlogwort zu der 
sehr schönen Ausstellung „japanische Gcbrauchsgraphik", die 
im Museum für angewandte Kunst untergebracht ist. 
Dort finden sich freilich ganze Serien von Plakaten, denen west- 
licher liinfluß - die deutsche abstrakte Schule („Bauhaus"), 
der Stil französischer und schweizerischer Plakate zum Beispiel 
- auf den ersten Blick anzumerken ist. Doch unverkennbar 
haben die Plakatkünstler Japans auch Eigenheiten entwickelt. 
die ihre Einordnung in die Kategorie der Duplikatenmacher, 
der Epigonen, verbietet. 
Japanische Plakate sind stiller als die Plakate Europas. Sie ver- 
einigen Anmut mit Präzision, Das Zierliche, Saubere ist ihre 
Domäne. Weitgchende Sparsamkeit und äußerste Priignanz in 
der Anwendung der Mittel fällt an den Plakaten Japans immer 
auf. Die Sicherheit der Komposition ist erstaunlich, deren oft 
fast mathematische Prinzipien die „Bauhaus"-Schule deutlicher 
spürbar machen, als es die anderen Bildelemente tun (zum Bei- 
spiel auch in dem montagehaften Plakat von Tadashi Masuda, 
mit dem aufwärts blickenden Kopf der Sängerin, das einen Lie- 
derabcnd ankündigt). Im Zierlichen kann Größe stecken. Dem 
äußeren Format nach gibt es nur kleinere, klcinc und kleinste 
Plakate, was in der Hauptsache seinen Grund darin hat, daß 
wcit ausgedehnte Plakatwände in Japan fehlen. Die Affichen 
werden vornehmlich in öffentlichen Räumen angebracht. Auf 
den Straßen werben die Neonröhren. 
Die Plakate Japans sind nur selten bunt. Meist gebrauchen sie 
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