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Volltext: Alte und Moderne Kunst III (1958 / Heft 9 und 10)

 
EINE BRÜCKE ZU ALLEN NATIONEN 
DER ÖSTERREICHISCHE KINDERGARTEN AU] 
" DER BRÜSSEL 
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Von 
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Der Kindergarten im österreichischen Pavillon auf der Brüsseler 
Weltausstellung ist nun schon über vier Monate im Betrieb. Er 
ist der einzige in seiner Art. Arch. Dr. Schwanzer hat ihn in 
enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Wien ge- 
plant. Er wurde auch von der Stadt Wien eingerichtet und 
wird von ihr auf die Dauer der Ausstellung geführt. Unsere 
Stadtverwaltung hat damit den lebendigsten, den menschlichsten 
Beitrag zur Österreichischen Schau geleistet. Frohes Kinder-lachen 
begrüßt den Besucher. 
Das kleine Kinderparadies ist ein echter Musterkindergarten, 
der eine Gruppe von etwa 25 Kindern aufnimmt und in dem sich 
Inncn- und Außenraum zu einer harmonischen Einheit _ver- 
einen. Wer den Kindergarten betritt, kommt zuerst in eine klei- 
ne Halle. die durch eine Glaswand den Blick in den Gruppen- 
raum öffnet. Seine gute Gliederung ermöglicht gemeinsame Spie- 
le, aber auch Gruppen- und Einzelspicle. Es gibt eine Werk- 
ecke, eine Ruhenische, eine Puppenecke, Möglichkeiten, sich zu- 
rückzuziehen. In der Wirtschaftsecke ist auch eine kleine Ab- 
wasch vorhanden, sodaß die Kinder ihr Geschirr selbst abwa- 
schen können. Sie können aber auch selbst kochen, da ihnen 
ebenso ein Elektroherd zur Verfügung steht. 
Selbstverständlich steht den Kindern das modernste Spielzeugzur 
Verfügung, das vorallem zum schöpferischen Gestalten im Einzel- 
und im Gruppenspiel anregt. Vieles wurde erst neu entworfen. 
Der Gruppenraum ist nur mit einer Glaswand gegen den Garten 
abgeschlossen. Der Übergang vom Innenraum zum Außenraum 
ist dadurch kaum merklich. Vor dem Haus erstreckt sich zu- 
nächst eine Hartspielfläche, in die eine Planschmulde einbezogen 
ist, über die sogar eine Brücke führt, damit die Kinder mit ihren 
Rollem auch über das Wlasser fahren können. Für heiße Tage 
ist eine Nebelbrause vorgesehen. Ebenso schließt an die Hart- 
spielfläche eine große Sandmulde an, in der auch Klettergcrüste 
aufgestellt werden. Abgeschlossen wird der Spielplatz durch eine 
Grünfläche mit einem gut geformten künstlichen Hügel. Den 
Garten umsäumt eine Buschhcrke. Durch zwei Blumenbeete wer- 
den bunte lilecken eingesetzt. 
Der Kindergarten wird von drei Kindergärtnerinnen der Ge- 
meinde Wien geführt, die vorbildlich geschult sind und vier 
Fremdsprachen sprechen. In wochenlanger Arbeit haben sie an 
den Vorbereitungsarbeiten mitgewirkt, um in dem Kindergarten 
die für die Kinder heitere und heimliche Atmosphäre zu schaffen. 
Ihre Arbeitskleider wurden von der Modeschulc der Stadt Wien 
entworfen. 
Der Kindergarten nimmt Kleinkinder verschiedenster Nationen 
und verschiedenster Rassen auf. Er soll den Beweis liefern, daß 
es zwischcr Kindern verschiedenster Sprachen und verschieden- 
ster Hautfarben keine Ressentiments und Vorurteile, sondern 
nur echte Menschlichkeit gibt.
	        

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