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Volltext: Alte und Moderne Kunst III (1958 / Heft 11)

 
 
Fcderkopfschmuck in Gestalt eines Vogels. Der goldene Schnabel fehlt 
seil dem 18. Jahrhundert. Museum m: Völkerkunde. Wien. 
 
Fedcrfficher aus blauen Flügelfedern des Arara, 
innen Federklebcarbciten. 
Museum für Völkerkunde, Wletl. 
 
Türkissehild. Viele Türkise sind ausgefallen, die Eindrücke im Harz 
lassen aber die Umrisse erkennen. Sonne und wassergefüllter Mond, 
viele Kriegcrgesttilten. 
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Museuul für YölLe-rkunde, Wien. 
Fedcrkopfschmuck in Gestalt eines Vogels. Der goldene Schnabel fehlt 
seit dem 18. Jahrhundert. Museum m. Völkerkunde. Wien. 
Beschreibungen. Wenn er schreibt: „Und ich hab aber all mein 
lebtag nichts gesehn, das mein hcrz also erfreuet hat", ist das 
ein Superlativ, den man nur selten in seinem schriftlichen 
Nachlall findet. 
Die Wiener altmcxikanischen Kabincttslückc stammen sämtlich 
aus dem Besitz des Kaiserhauses. Das inhaltsrcichste Stück ist 
zweifellos die „Wliener Handschrift" (der Codex Vindobonensis 
oder Codex Indiae Meridionalis) der ehemaligen lilofbibliothek. 
Die Handschrift war ursprünglich im Besitz der Medici und kam 
erst im 17. jahrhundert als Geschenk des Weimarer Hofes nach 
Wien. Sie ist nicht aztckisch, sondern stammt von den im Süden 
des Hoehtales von Mexiko ansässigen Mixteken. Das Buch ent- 
hält ein ausführliches und sehr Sorgfältig gemaltes Ritual. Dabei 
ist immer auf die mythische Vergangenheit angespielt, deren 
typische Geschehnisse im Kult vieler Völker wiederholt werden. 
Auf freigebliebenen Seiten hat man später die Geschichte 
des mixtekischcn Königshauses vom 8. Jahrhundert bis um 1350 
eingetragen, ähnlich wie man in mittelalterlichen Klosterhand- 
schriften auf freie Pergamentblätter historische Nachrichten 
schrieb. 
Die schon erwähnte Seite zeigt einen jener Vorgänge aus der 
mythischen Vorgeschichte, wie sie dann als Typen des Kultes 
in den Tempeln mit aller Prachtentfaltung drnmatisiert wurden, 
Der Gott des Morgensternes steigt an einer Strickleiter vom 
Himmel herab. Am Himmel hängen Sonne und Mond, von zwei 
Göttern am Rücken getragen. Neben den beiden Edelmetall- 
scheiben der Sonne und des Mondes erhielt Cortez auch voll- 
ständige Mziskenanzüge zum Geschenk, darunter auch die 
Trachtenstüeke des Gottes des Morgensternes. Durch dieses 
Bild erhält man also einige Auskunft über die Bedeutung des 
berühmten Geschcnkes; wenn schon nicht in den Einzel- 
heiten, so doch in großen Zügen. 
Die weiteren Stücke stammen aus Schloli Amhras in Tirol, wo 
der Neffe Karls V., Erzherzog Ferdinand, seine Rüstkammcrn 
und seine Wundcrkammcr einrichtctc. Die Herkunft ist leider 
nicht über die Inventuraufnahme beim Tod des Erzherzog: im 
jahr 1596 zurück zu verfolgen. 
Das bekannteste Stück ist ein Fedcrkopfschmuek aus den langen 
grünen Federn des Quetzalvogcls. Der Kopfschmuck stellt einen
	        

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