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Volltext: Alte und Moderne Kunst IV (1959 / Heft 1 und 2)

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(Saft vom Batume rhus vernifera) in dünnen Schichten aufge- 
tragen wurde. Die zum Teil sehr stark reliefierten Einzelele- 
mente, besonders der Vorderseite (Felswerk, Vegetation, Figu- 
ren usw.) bestehen aus ungebranntem Ton, der auf die bereits 
fertige Schwarzlackschicht aufgesetzt und lediglich an den Rän- 
dern befestigt wurde. Eine weitere Verbindung mit dem Grund 
erfolgte durch die Übermalung und durch das Aufsetzen einer 
Art von Schlußfirnis. Unter den Farbstoffen seien (nach Feddcr- 
sen, Chinesisches Kunstgewerbe, Braunschweig) rot aus Zinnober, 
braun aus einer Mischung von Eisensalz und Zinnober und gelb 
: Gummigutt, genannt. 
Abschließend noch einige Bemerkungen zu Dntierung und Pro- 
venienz; Der jagdparavent scheint in dem 1913 angelegten 
Palais-Inventar mit der Bemerkung „Mehlgrube" auf. Dieser 
Vermerk bezieht sich auf ein 1675 begonnenes Inventar des 
Stadtpalais Schwarzenberg auf der Mehlgrube (heute Neuer 
Markt), das nach der Fertigstellung des Baues (Hildebrand!- 
Fiseher) um 1720 zunächst seinem Zweck entfremdet und noch 
im Laufe des 18. Jahrhunderts verkauft wurde. Das Inventar 
des Stadtpalais war spätestens zu Beginn des zweiten Viertels 
des 18. Jahrhunderts in den Neubau übersiedelt. 
All dies bedeutet, daß der Paravent bereits am Ende des 17. jahr- 
hunderts im Besitz der Familie Schwarzenherg gewesen sein 
kann. Der stilistische und technische Befund läßt eine solche 
Datierung ohne weiteres zu, zweifellos stammt der Setzschirm 
aus der Periode des Kaisers KÄtng-hsi, der von 1662 bis 1722 
regierte. Er war der zweite Herrscher der Ch'ing-Dynastie, die 
ursprünglich in Mukden ihren Sitz hatte. In langwierigen Kämp- 
fen wurden von den Manchu-Tartaren zwischen 1644 und 1680 
zunächst Peking und sukzessive ganz China besetzt. Das Haupt- 
motiv unseres Schirmes, eben das Tun und Treiben in einem gro- 
ßen Wildpark, ist ein Thema, das in der Geschichte der chinesi- 
schen Kunst nicht eben häufig anzutreffen ist und wohl ursächlich 
mit den traditionellen Gebräuchen der fremden Eroberer in Zu- 
sammenhang gebracht werden kann. Käng-hsi selbst war eine 
hoehkultivicrte Persönlichkeit, die alles daransetzte, die Kultur 
des besiegten Volkes zu absorbieren, sie zu bewahren und weiter- 
zuführen. 
Lackrnöbel aus China und Japan wurden im 17. jahrhundert in 
großer Menge nach Europa exportiert und vermittelten der 
Kunst wichtige Anregungen. Wer die Wirkung des „jagdptira- 
vents" in seiner unmittelbaren architektonischen Umgebung 
richtig verspürt, wird einen Begriff von jener eigenartigen Syn- 
these zwischen Ost und West erhalten, die den künstlerischen 
Geschmack Europas bis ins späte 18. Jahrhundert hinein so ent- 
scheidend mitbestimmte. 
Der besondere Dank des Verfassers gilt Herrn Alexander 
Förster für wichtige Hinweise sowie Herrn Palaisverwalter 
Grill, der mit Auskünften in arehivalischer Hinsicht zur 
Verfügung stand. 
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