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Volltext: Alte und Moderne Kunst IV (1959 / Heft 3)

 
Brüsseler Weltausstellung mit dem Grand Prix ihre bisher be- 
deutendste ausländische Anerkennung. 
Mit der Kufsteiner Glashütte hat das Land Tirol ein Industrie- 
unternehmen gewonnen, womit es wieder einmal als Glasland 
repräsentieren kann. Waren es im 16. und 17. Jahrhundert Ve- 
nezianer Glasbläser, die in Hall und Innsbruck köstliche Ge- 
fäße in Venezianer Art für den Adel und das Bürgertum er- 
7.eugten,'so waren es die bescheidenen Hütten in Kramsach und 
Hörbrunn, die vom 17. Jahrhundert und bis herauf in die drei- 
ßiger Jahre unseres Jahrhunderts das Gebrauchsglas für Stadt 
und Land herstellten. Seit der Gründung der Kufsteiner Hütte 
sind es aber im wesentlichen sudetcndeutsche Glasmacher, die 
im Verein mit den heimischen Kräften diese alte Tradition fort- 
setzen. Die Glasfachschulc im ehemaligen Hüttenort Kramsach 
aber sorgt für einen wohlausgcbildeten Nachwuchs. 
Das Österreichische Museum für angewandte Kunst bringt mit 
der Ausstellung von Riedelglas aus der Tiroler Glashütte zum 
ersten Male nach Kriegsende einem breiten Publikum die Pro- 
duktion einer heimischen Glashütte zur Kenntnis. Neben den 
preisgekrönten Glasservicen leben Exponate, die alle von glei- 
chem Qualitätsgefühl geprägt sind. Sie zeigen, daß junge künst- 
lerische Kräfte am Werke sind, die diesem uralten Materialineue 
und zeitnahe Formen abzugcwinnen wissen. Diese nähern sich in 
allem wieder den von Venedig im 16. Jahrhundert inaugurierten 
Glasstil, bei dem allein die reine Qualität des Materials in der 
einfachsten Form zur höchsten Wirkung gebracht wird. DafS 
dieses Kernproblem der Glaserzeugung aller Zeiten in der Pro- 
duktion der Kufsteiner Hütte entschieden angegangen und be- 
wältigt wird, berechtigt zu den größten Hoffnungen. Es zeugt 
für die Aufgeschlossenheit der Glasherren Riedel, daß sie das 
immer aktuelle Problem der guten und schönen Hohlglasform 
in den Mittelpunkt ihrer Erzeugung rücken. Es läßt aber auch 
erkennen, daß den Glasherren Riedel die Tradition ihrer Fa- 
milie eine stete Verpflichtung zu höchsten Leistungen bedeutet. 
Damit erscheinen alle Voraussetzungen gegeben, die Tirol als 
Glasland einer neuen Blütezeit entgegenführen könnten. 
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