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Volltext: Alte und Moderne Kunst IV (1959 / Heft 3)

„ ehemallge Ähnorilunknrch Inneres gcgun die 
Der Besucher wird Stein durch das Kremser Tor verlassen und 
Krems durch das Steiner Tor betreten, der schönsten Wehrm- 
lagc dieser Art in Niederösterreich. Er wird das Arkadenhaus 
am Stadttor bewundern, das erst in jüngster Zeit durch die gute 
pilegliche Behandlung von allen Verunstaltungen befreit und in 
seiner Schönheit wiederhergestellt wurde. 
Gleichbcdeutend wie ehemals die Minoritenkirche in Stein ist 
die ehemalige Dominikanerkirche in Krems, die als Stadtmu- 
seum dient. Der basilikale Bau des 13. jahrhunderts mit schwe- 
ren irühgotischen Formen ist wohl für die Zwecke des Museums 
der Höhe nach unterteilt, die schön polychromierte Architektur 
kommt trotzdem gut zur Geltung. Die mittelalterlichen Ausstel- 
lungsgegenstände dieses Museums stellen eine Ergänzung zur 
großen Ausstellung in der Minoritenkirche in Stein dar. Der 
lange Chor der ehem. Dominikanerkirche wird heute noch von 
einem Kinosaal okkupiert, wird aber in wenigen Jahren frei 
werden. An der Ostwand des nördlichen Seitenschifies, wo heute 
noch der Eingang zum Kino ist, sieht man einen Freskenzyklus 
von großer Bedeutung aus der Zeit um 1280, vom Kammergrafen 
und Stadtrichter Gozzo gestiftet, der mit seiner Gemahlin bei 
der Krönung Mariens knieend dargestellt ist. Der Freskenzyk- 
lus leitet jene Entwicklung ein, deren Höhepunkt die Malereien 
der Göttweigerhoikapelle in Stein sind. 
Der Kammergraf Gozzo hat aber der Stadt Krems noch ein sehr 
bedeutendes Denkmal hinterlassen, eine weitläufige Stadtburg, 
deren schönster Teil im letzten Jahr freigelegt worden ist. Eine 
unscheinbare Fassade verdeckte einen gänzlich verbauten und 
unterteilten Laubengang mit frühgotischen Kreuzrippengewöl- 
ben und herrlichen Schlußsteinen. Die Instandsetzungsarbeiten 
werden bis zur gotischen Ausstellung abgeschlossen sein. Es 
wird der bedeutendste Profanbau des 13. jahrhunderts in Nie- 
derösterreich sichtbar werden, mit einer Loggia, reich pro- 
filierten Rundbogenfenster und kleineren einst gekoppelten 
Öffnungen. 
So wird die gotische Ausstellung in der Minoritenkirche in 
Stein gewissermaßen durch ein Freilichtmuseum ergänzt und 
erweitert erscheinen. 
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