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Volltext: Alte und Moderne Kunst IV (1959 / Heft 5)

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h auch der Plnttner von der hurgundischen Art heeinflußt. 
e reiche Verzierung des llarnisches durch getriebene Kehlen 
d Grztte scheint um die jahrhundertmitle in Burgund ent- 
nden zu sein. Die für Lorenz Helmschmied fortan charak- 
istische Auszierung der Ränder durch lilienförmig ausge- 
gte vergoldete Messingleisten, läßt sich in Westeuropa bis ins 
Jahrhundert zurückverfolgen. Ein glücklicher Zufall hat; uns 
der Tetschner Bibliothek der Fürsten Thun-Hohenstein ein 
enhändiges oder zumindest aus der Werkstatt des Meisters 
Worgegangenes Buch mit den Vorzeichnungen für die Rü- 
ngen Maximilians bewahrt. Die Bilder beginnen mit dem 
nterHarnisch samt Roßzeug. So sind wir über die weiteren Auf- 
ge Maximilians beim nunmehr ständig für ihn beschäftigten 
rister informiert. Der Arbeit von 1480 folgen fünf weitere 
inkvolle spätgotische llarnische, deren Reste sich in Wien 
d Detroit befinden. Offenbar zur Königskrönung Maximilians 
36 und zu den anschließenden Festlichkeiten entstand ein 
tlbenturnierharnisch mit Motiven des burgundischen Kostüms 
d je eine Serie Renn- und Stechzeuge, deren Reste heute fast 
er die ganze XWelt verstreut sind. 1491 ernannte der Kö- 
; den alle anderen an Fähigkeit überragenden Meister zu 
nem Hofplattner. 
Die Erfindungsgabe Maximilians und Helmschmieds haben 
offenbar aufs Beste zusammengewirkt. Schon bei den Harnischen 
der Achtzigerjahre erscheinen Zusatzstüeke, die auf höchst in- 
geniöse Weise eine Umänderung des Feldharnisches für eine 
besondere Turnierart möglich machten. Für die Neunzigerjahre 
wissen wir bereits von zwei großen Lieferungen, die fast schon 
perfekte Harnischgarnituren für alle Arten des Fcld- und Tur- 
niergebrauehs im Sinne des 16. Jahrhunderts waren. Wieweit 
diese bahnbrechende Erfindung auf Maximilian, wieweit sie auf 
Helmschmied zurückgeht, bleibt ungeklärt. Wahrscheinlich für 
die zweite Hochzeit Maximilians mit Bianca Maria Sforza ar- 
beitete Meister Lorenz zusammen mit seinem Bruder Jörg 1494 
eine Reihe schönster, heute in Wien und Ambras bewahrter 
Stech- und Rennzeuge. Jörg übersiedelte 1497 auf Wunsch 
Maximilians nach Wien, scheint aber getrennt vom Bruder nicht 
mehr jene künstlerische Höhe erreicht zu haben wie früher. Eine 
Lieferung von Stech- und Rennzeugen des Landshuter Meisters 
Mathes Deutsch um 1498 und eine etwa gleichzeitige des Nürn- 
bergers Kunz Poler lehnen sich in der spätgotischen Auszierung 
mit getriebenen Wolfszähnen. Zacken und Schuppen an das 
glänzende Vorbild der Helmsehmied an. Kunz Poler hat noch 
einmal um 1510 Slechzeuge geschaffen. Die Werke eines weiteren
	        

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