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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XX (1885 / 238)

KLEINERE MlTTHElLUNGEN. 
(Oostorr. Iußßllm.) Neu ausgestellt: Vier alte Bucheinbande, davon zwei 
mit Silber beschlagen, 16.-18. Jahrh., Eigenthurn des Professors E. Moser in Graz; - 
zwei Arnileuchter aus Schmiedeeisen, ausgeführt vom Schlosaermeister B. Jarolim in 
Austerlitz; - Kelch von vergoldetem Silber mit ungarischem Email, 15.-16. Jahrh., 
Eigenthum der Kirche in Obcrmarkersdorf; - weibliche Portratbüste und Johanneskind 
in Gyps von Canova, zwei Medaillons mit dem Porträt von Canova, Eigenthum der 
Frau Charlotte Alexich; - Geige, mit Reliefnrnament verziert von Karl Kohanyi in 
Pest; - 24, Stück Reliefs (Gypsabgnsse) aus dem Rathhaus in Amsterdam, 17. Jabrh.; 
- Chorfenster für die Kirche von Wuchshofen in Württemberg, Glasmalerei der Tiroler 
Glasmalerei-Anstalt in Wien-lnnsbruck; - acht Fensterflügel aus der Kirche von Straß- 
engel, 13. Jahrh., rmtaurirt von der Tiroler Glasmalerei-Anstalt im Auftrage des Stiftes 
Rein; - Crucißx von Elfenbein auf Marmorsockel mit Bronze montirt, nebst zwei Can- 
delabern von vergoldeter Bronze mit Bergkrystall, 18. Jahrh. Anfang. Eigenthum der 
Frau Josefine Edle von Hopfgartner; - gestickte Casula, ausgefertigt in der Stickerei- 
Anstalt von Carl Giani iun., Wien; - Leichnam Christi, Marmorrelief, italienische 
Arbeit aus dem Anfang dieses Jahrhs.; - italienische Glaskanne, 17. Jahrh. 
(Besuch des Museums.) Die Sammlungen des Museums wurden im Monate 
Juni von 6828, die Bibliothek von 1174 Personen besucht. 
(Dombanveroitn) Der unter dem Protectorate Sr. k. und k. Hoheit des durch- 
lauclitigsten Kronprinzen Erzherzogs Rudolf stehende Wiener Dombauverein hielt am 
7. Mai seine fünfte ordentliche Generalversammlung. Der Prasident, Gemeinderath 
Dr. I.ederer, eröffnete dieselbe mit einem dem dahingescbiedenen Mitgliede Hofrathe 
von Eitelberger gewidmeten Nachrufe, und die Versammlung gab ihrer Trauer um den 
Verlust durch Erheben von den Sitzen Ausdruck. Hierauf erstattete der Secretar Herr 
Klein dienst den Jahresbericht, aus welchem zunächst hervorgeht, dass der Verein 
31! Mitglieder und x67 Theilnehnzer zahlt. Auf Ansuchen des Ausschusses hat Se. Ma- 
iestat der Kaiser dem Vereine aus Seiner Privatchatouille eine Subvention von Sooo H. 
und der Stadterweiterungsfond eine solche von 2000 fi. für die Dauer von drei Jahren 
bewilligt. Die im verdossenen Jahre vorgenommenen Restaurationsarbeiten bean- 
spruchten einen Betrag von 25.342 H. und haben sonach das- Präliminare um 34a i]. 
überschritten. Für das Baujahr 1885 wird die Restauration des zweiten und dritten Travee 
im südlichen Scitenschiife und des Gewölbes im zweiten Travee des MittelschilTes in 
Aussicht genommen. Der Kostenvoranschlag für diese Arbeiten betragt 24.740 H. Dlc 
Surnrne der Einnahmen betrug 40.750 (i. und ergab gegenüber den Ausgaben einen 
Ueberschuss von 3436 H. Der Voranschlag für das laufende Jahr ergibt bei einer vor- 
aussichtlichen Einnahme von 36.444 H. ein Delicit von 6122 fl., doch gibt sich der Aus- 
schuss der Hoßnung hin, dasselbe durch eine dem Vereine zufließende außerordentliche 
Einnahme zu decken. - Es folgte nun ein Vortrag des Dombaumeisters Fr. Schmidt 
lüber die Restaurirung alterer Baudenkmäler und insbesondere die des Stefans-Domese. 
(GOSBIIBGBIR M! vervloltaitigende Kunst) Die Gesellschaft für vervielfäl- 
tigende Kunst beabsichtigt, ein Vereinsgebaude zu erbauen, um ihre Kupferdruclterei und 
das von ihr gegründete graphische Museurn unterzubringen. 
(Alterthumllche Funde.) Auf der sogenannten Beligna bei Aquileia wurden 
jüngst werthvolle alterthümlichc Funde gemacht. Man fand in einer Reihe fünf Stein- 
urnen gewöhnlicher Form, deren jede eine Glasurne enthielt. in der sechsten fand man 
eine prachtvoll erhaltene Flasche aus grünlicbem Glase, eine kleine dünne Goldkette, 
eine kleine Schnur mit Perlchen, zwei herzfbrmige, massive Goldblatter mit kleiner 
Oetfnung, einen kleinen Cylinder aus Goldblech mit einem kleinen Ringe, einen vergol- 
deten Silberring mit einem Smaragd, einen Spiegel aus Silbercomposition mit cigenthüm- 
lichem GriEe, darauf eingeritzt die Darstellung der drei Grazien, ein Elfenbeinlüffelchen 
und circa zoo kleine goldene Fliegen in natürlicher Große, jede drei Mal durchlöchert, 
etliche Pergamentstreifen mit vier Beinplattchen und einem Schlosse aus Silbercompo- 
sition und Bestandtheile eines Schmuckkästchens. 
(Das Kunstgawarbo-Mnaenm in Berlin), welches bisher einen Zuschuss aus 
Staatsmitteln - im letzten Etat 294.600 Mark - bezog, wurde mit 1. April d. J. in 
den Staatsbesitz und in die Staatsverwaltung übernommen, nachdem die Generalver- 
sammlung der Mitglieder des Vereins am 18. August 1883 der in Anregung gebrachten 
Umwandlung des Museums in eine Staatsanstalt zugestimmt und zugleich beschlossen hat, die 
Auflösung des Vereins mit dem Zeitpunkte eintreten zu lassen, an welchem die Anstalt 
mit ihren sammtliclien Rechten und Verpflichtungen in die Reihe der Staatsanstalten
	        

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